Auch Moderna-Impfstoff in den USA zugelassen

In den USA ist ein zweiter Corona-Impfstoff zugelassen. Die Arzneimittelbehörde FDA erteilte Freitag eine Notfallgenehmigung für das Vakzin des US-Pharma-Unternehmens Moderna. Das ist die erste Zulassung dieses Impfstoffes weltweit. Anfang nächster Woche kann laut Regierungsbeamten mit dem Einsatz des Moderna-Präparats begonnen werden. Begonnen haben die Impfungen in den USA am Montag mit dem Pfizer/Biontech-Vakzin.

„Gratulation, der Moderna-Impfstoff ist jetzt verfügbar“, twitterte US-Präsident Donald Trump wenige Minuten nach der Erklärung der FDA. In den USA breitet sich das Coronavirus derzeit rasant aus. Täglich werden mehr als 200.000 neue Ansteckungen und 3.000 Tote verzeichnet. Seit Ausbruch der Pandemie wurden 17,4 Millionen Infektionen und mehr als 313.000 Todesfälle verzeichnet, damit sind die USA das weltweit am stärksten von Covid-19 betroffene Land.

Das Unternehmen Moderna mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusets erwartet, dass bis Ende des Jahres 20 Millionen Impfdosen „mRNA-1273“ in den USA verfügbar sind - und weltweit bis zu einer Milliarde. Für die ersten drei Monate des kommenden Jahres wird eine Produktion von 100 bis 125 Millionen Moderna-Impfdosen erwartet. Um den vollen Immunschutz zu haben, muss jeder Geimpfte zwei Dosen erhalten.

Vor rund einer Woche hatte bereits ein vom Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer entwickelter Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung der FDA bekommen. Er wird seit Montag in den USA eingesetzt, braucht aber eine aufwendigere Kühlung als das Moderna-Präparat.

Außerdem kam es in Verbindung mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer zu fünf Fällen von allergischen Reaktionen. Dies teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA am Freitag (Ortszeit) mit. FDA-Experte Peter Marks sagte, der Übeltäter sei möglicherweise die Chemikalie Polyethylenglycol. Sie sei Bestandteil der Impfstoffe sowohl von Biontech/Pfizer als auch des von Moderna. Polyethylenglycol - auch Macrogol genannt - wird in der Pharmazie und auch in der Kosmetik breit eingesetzt als Wirkstoffträger.

In der EU prüft die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung von Impfstoffen. Kommenden Montag wird sie ihre Empfehlung für die Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer abgeben. Fällt diese positiv aus, will die EU-Kommission in einem Schnellverfahren binnen zwei Tagen über die Marktzulassung entscheiden. Zur Bewertung des Moderna-Präparats hat die EMA eine Sondersitzung am 6. Jänner angesetzt. Die EU-Staaten peilen einen Impfstart am 27. Dezember an.


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