Slalom-Asse legen mit Verspätung in Alta Badia los

Während am Sonntag in Alta Badia der bereits vierte Saison-Riesentorlauf bei den Alpinski-Herren über die Bühne geht, beginnt einen Tag danach ebendort und mit deutlicher Verspätung die Slalom-Saison. Es ist der erst sechste Spezialslalom auf der Gran Risa und der erste seit 2011. Komplettiert wird das vorweihnachtliche Technik-Triple in Italien am Dienstag mit dem Flutlicht-Slalom in Madonna. Michael Matt will nach einem „Katastrophenjahr“ neu durchstarten.

Der Slalom-Spezialist aus Tirol schaffte es vergangenen Winter nicht auf das Podium. So gesehen kam Matt die diesmal besonders lange Saison-Vorbereitung gerade recht. „Letztes Jahr war eigentlich eine Katastrophe. Ich will gar nicht mehr viel darüber reden, es war einfach nur krass“, blickt Matt nur ungern zurück. Stattdessen wurde im Training gezielt an den Problemen gearbeitet. „Jetzt fühle ich mich viel sicherer und stabiler und das bei einem guten Speed. So kann man ganz vorne mitfahren“, ist der Olympia-Dritte von 2018 optimistisch.

Der letzte Slalomsieger im Gadertal hieß 2011 Marcel Hirscher. Adrian Pertl war damals 15 Jahre alt. Der mittlerweile 24-jährige Kärntner ist Österreichs aktueller Aufsteiger und wird - obwohl aus der Slalomgruppe von Marco Pfeifer kommend - auch den GS am Sonntag bestreiten. „Mit Marcel bin ich ein Rennen gemeinsam gefahren in Schladming. Wir haben aber nie zusammen trainiert, ich kenne ihn hauptsächlich aus dem Fernsehen“, sagte Pertl über den 2019 zurückgetretenen Salzburger, der auf der Gran Risa auch sechs Mal den Riesentorlauf gewonnen hat.

Seine „Nachfolger“ haben bisher das Fehlen Hirschers nicht kompensieren können, im Gegenteil. Im „Riesen“ ist aktuell Platz 14 von Marco Schwarz in Santa Caterina das beste Saisonergebnis. Angeheizt wurde das Thema jüngst durch eine Aussage von Ex-Rennläufer Hans Knauß, wonach Hirscher beim überraschenden gemeinsamen Renntraining auf der Reiteralm Serienbestzeiten gefahren sei. „Marcel war einer der Weltbesten, ist vor einem Jahr teilweise drei Sekunden voraus gewesen. Innerhalb eines Jahres wird er nicht alles verlernt haben“, sagte Schwarz dazu. „Ich konzentriere mich aber auf mich.“

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Österreichs Technikherren haben sich auf dem Schladminger Weltcup-Hang sowie zuletzt am Weißensee auf die traditionelle Italien-Serie vorbereitet. Dabei wurden gezielt Passagen trainiert, die in Alta Badia und Madonna zu bewältigen sind. „Ich bin körperlich fit. Das ist das Wichtigste, will man auf Weltcupniveau mithalten“, betonte Matt. Zwar fehle der internationale Vergleich, intern sei er aber konstant schnell und zudem sicher unterwegs gewesen. „Aber natürlich ist beim ersten Rennen immer eine gewisse Ungewissheit da.“

Die „Verspätung“ der Slalomläufer liegt an der Kalenderplanung wegen Corona. Den ersten Slalom erst kurz vor Weihnachten zu fahren, sei „schon komisch“, so Matt. „Wir haben die Zeit aber gut genutzt“, versicherte der Arlberger, der an seinen Rumpfproblemen gearbeitet hat und auch beim Material vorangekommen ist. „Von der Abstimmung her fühlen sich die Ski jetzt kürzer an“, erklärte Matt, der seine Riesentorlauf-Ambitionen wieder zurückgeschraubt hat.

Es werde jedenfalls Zeit, endlich Rennen zu fahren. Die Slalom-Spezialisten, bei denen drei Viertel der Rennen im Jänner stattfinden, stehen aber auch vor einer eigenwilligen Saison. „So lange Zeit auf den Beginn zu warten und dann ist in sechs, sieben Wochen fast alles wieder vorbei, ist schon etwas kurios“, so Matt.

Schwarz ist schon Sonntag im Riesentorlauf (10.00/13.30 Uhr, live ORF 1) eine der großen ÖSV-Hoffnungen. „Ohne Fehler hätte es schon in Santa Caterina bei mir gut gepasst“, war der Kärntner positiv. „Ganz vorne mitzufahren wäre etwas zu hoch gegriffen. Aber ohne Fehler habe ich die Top Ten drauf.“

Drei Rennen in drei Tagen seien trotz überwundener Corona-Erkrankung für ihn kein Problem, versicherte Schwarz. „Von der Luft her habe ich überhaupt keine Einschränkungen. Ich bin bereit und mir taugt es, wenn es Schlag auf Schlag geht.“ Besonders gerne kehre er nach Madonna zurück, dem Ort seines ersten Weltcup-Podestes (Dritter 2015).

Pertl ist zufrieden mit dem Saisonstart, der u.a. Platz vier in Zürs gebracht hat. Eine bessere Startnummer im RTL verpasste er mit einem „Nuller“ im zweiten Santa-Caterina-Rennen. „So heißt es wieder mit hoher Nummer die Leistung zu zeigen.“ Im „Riesen“ hoffe er auf die Top-30, im Slalom sei seine Situation witzig. „Ich habe erst zwei Ergebnisse und die waren gut. Jetzt erwarten viele, dass es so weitergeht.“ Er mache sich aber keinen Druck. „Ich wäre mit den Top-15 zufrieden. Im Slalom fahren 30 um das Podium mit.“


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