Goggia gewinnt Abfahrt in Val d‘Isere - Siebenhofer Sechste

Die zweite Weltcup-Abfahrt der alpinen Ski-Damen in Val d‘Isere hat die gleichen drei Damen auf dem Podest gebracht wie am Freitag in der ersten, allerdings tauschten die ersten zwei die Ränge. Sofia Goggia (Italien) gewann am Samstag 0,24 Sekunden vor der Schweizerin Corinne Suter, Dritte wurde abermals die US-Amerikanerin Breezy Johnson (+0,27). Beste Österreicherin wurde Ramona Siebenhofer als Sechste (+0,64), Mirjam Puchner wurde Zwölfte (+1,10), Nina Ortlieb 14. (+1,33).

Die Österreicherinnen hatten in der Früh noch eine aufmunternde Nachricht von Nicole Schmidhofer bekommen, die am Vortag so schwer gestürzt war und sich einen Riss des Kreuzbandes und des Seitenbandes im linken Knie zugezogen hatte. Für die Steirerin ist die Saison vorbei. Und Schmidhofer meldete sich auch gleich nach dem Rennen bei Siebenhofer per Whatsapp und gratulierte.

„Es war nicht so einfach, sich nach dem Sturz von Nici zu überwinden. Es ist immer ein komisches Gefühl, wenn eine Teamkollegin stürzt“, sagte Siebenhofer, die nach Rang 25 am Vortag gegrübelt und gezweifelt hatte, ob sie es überhaupt noch könne. „Ich habe genau analysiert. Es ist, als ob ich gestern nicht mitbekommen hätte, dass ich ein Rennen fahre. Heute war das viel besser, obwohl noch Luft nach oben ist“, sagte die Steirerin, die „allen Mut zusammengenommen und attackiert“ hatte. In die Passage, wo am Vortag gleich fünf Läuferinnen gestürzt waren, sei sie etwas zögerlich reingefahren.

Nicht am Start waren neben Schmidhofer die ebenfalls am Freitag an der Stelle gestürzten Federica Brignone (ITA), Alice McKennis (USA) und Laura Gauche (FRA). Einzig die Schweizerin Joana Hählen war von den Sturzopfern am Start (22.). Brignone will trotz Prellungen am Sonntag im Super-G (11.00 Uhr, live ORF 1) antreten, McKennis dürfte sich doch ärger am Knöchel verletzt haben. Vor der betreffenden Passage wurde für Samstag ein Tor versetzt. Winkel und Linie machten es den Rennläuferinnen möglich, auch bei einem Fehler am Netz vorbeizufahren.

Weitaus besser lief es am Samstag auch für Puchner, die sich um zehn Ränge von 22 auf zwölf verbesserte. „Das ist eine Genugtuung nach der Enttäuschung gestern. Ich hatte das aber relativ rasch abgehakt nicht viel drüber nachgedacht. Es geht in die richtige Richtung, ich will mich jetzt Schritt für Schritt verbessern“, erklärte die Salzburgerin. Nina Ortlieb indes war nach Rang 14 enttäuscht, nachdem sie am Vortag als Fünfte beste Österreicherin gewesen war. „Es waren viele Schläge drinnen und ich habe mehr Fehler gemacht.“

Tamara Tippler kämpft nach ihrer schweren Corona-Erkrankung noch mit der Kraft, Platz sieben ließ sie Rang 20 folgen. „Im Super-G sollte es besser gehen als in der Abfahrt, auch weil sie kürzer ist. Mir fehlt doch noch die Kraft für den unteren Teil.“

Für Goggia war es der achte Weltcupsieg, der fünfte in einer Abfahrt. Im Gesamtweltcup blieb die Slowakin Petra Vlhova (Tages-33.) mit 425 Punkten vor der Schweizerin Michelle Gisin (298) und der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin (275) in Führung. Beste Österreicherin ist nach acht Rennen Katharina Liensberger als Siebente.


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