„Weihnachtswunder“: Lied holte Kundler Sängerin aus Koma

Die Margreiters verlassen die Klinik: Andrea kämpfte sich aus dem Koma zurück zu Ehemann Manfred.
© Margreiter

Von Jasmine Hrdina

Kundl – „Es ist ein Weihnachtswunder, wie es sonst nur in Filmen geschieht“, sagt Manfred Margreiter darüber, dass seine Frau Andrea heute noch lebt. Elf Tage lag die Sängerin der über Tirols Grenzen hinaus bekannten Coverband Rat Bat Blue nach einem geplatzten Aneurysma im Koma, „wir wussten nicht, ob sie jemals wieder aufwachen würde“. Geschweige denn, wie es ihr nach der Gehirnblutung und einer sechsstündigen Notoperation gehen würde.

Seit vielen Jahren begeistert Andrea Margreiter mit ihrer Stimme das Publikum – von Hochzeiten und Bällen bis zum Kirchenkonzert. Mit dem Lied „Ave Maria“ wollte die Künstlerin Mitte November eine liebe Bekannte auf dem Friedhof verabschieden, „als sie plötzlich einfach umfiel. Sie hatte unglaubliche Kopfschmerzen“, erzählt ihr Mann. Eine anwesende Krankenschwester erkannte den Ernst der Lage, Rettungskräfte und Ärzte kämpften um das Leben der Mutter.

Jeden Tag habe Margreiter – selbst Gitarrist und Chef der Band – seiner 51-Jährigen Partnerin Musik vorgespielt – darunter auch die Songs ihrer frisch erschienenen Weihnachts-CD „Christmas is here“ (www.ratbatblue.at, iTunes) sowie das von Andrea so gern gesungene Lied „Carry you home“ („Ich trage dich nach Hause“) aus der Serie „Nash­ville“. „Am 11. Tag habe ich zu ihr gesagt: Weißt du, was morgen ist? Es ist unser 22. Jahrestag – und da will ich dir in die Augen schauen!“ Und so kam es. „Sie wusste, wer ich bin, und konnte Arme und Beine bewegen – nicht selbstverständlich nach einer Gehirnblutung“, bekommt der 58-Jährige Gänse­haut beim Gedanken an den Moment, als er seine wache Frau sah.

Andrea erhole sich den Umständen entsprechend gut, konnte die Reha frühzeitig verlassen. Ob sie wieder singen wird? „Es ist ein weiter Weg, aber mit viel Geduld und Liebe werden wir es schaffen.“ Ihre Geschichte wollen die beiden jedenfalls teilen: „Momentan ist alles so negativ – die Leute brauchen Hoffnung.“

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