Russland schickt Soldaten in Zentralafrikanische Republik

Drei Tage nach einer Offensive bewaffneter Milizen in der Zentralafrikanischen Republik haben Russland und Ruanda hunderte Streitkräfte in das afrikanische Land entsandt. Moskau habe im Rahmen eines bilateralen Abkommens zudem schweres militärisches Gerät in das Krisengebiet verlegt, sagte eine Sprecherin der Regierung der Zentralafrikanischen Republik am Montag. Der Kreml äußerte sich „ernsthaft besorgt“ angesichts der politischen Krise in dem Land.

„Wir verfolgen und analysieren natürlich die Situation“, sagte der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, vor Journalisten. Die Krise in der Zentralafrikanischen Republik sei „Anlass zu ernsthafter Besorgnis“. Zu der von Bangui gemeldeten Truppenverlegung äußerte Peskow sich indes nicht.

Das ruandische Verteidigungsministerium hatte die Entsendung der Soldaten in einer am späten Sonntagabend veröffentlichten Mitteilung bekannt gegeben. Hintergrund seien Angriffe auf die Blauhelme der UN-Friedensmission Minusca durch Rebellen, die von Ex-Präsident François Bozizé angeführt würden, hieß es in der Erklärung. Die Soldaten sollten demnach auch die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Zentralafrikanischen Republik am kommenden Sonntag absichern.

Die Sicherheitslage in dem afrikanischen Staat ist vor den Wahlen höchst angespannt. Am Samstag hatte die Regierung in Bangui Ex-Präsident Bozizé einen Putschversuch vorgeworfen. Am Sonntag sagte ein Minusca-Sprecher, ein Vormarsch von Milizen auf die Hauptstadt habe gestoppt werden können.

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Drei der größten zentralafrikanischen Milizen hatten am Freitag mitgeteilt, sich zusammengeschlossen zu haben. Sie halten zusammen mehr als zwei Drittel des Territoriums der Zentralafrikanischen Republik besetzt. Die Rebellengruppen werfen Präsident Faustin Archange Touadéra vor, die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen manipulieren zu wollen.

Seit einem Bürgerkrieg schwelt in der Zentralafrikanischen Republik ein vielschichtiger Konflikt. Der christliche Präsident Bozizé war 2013 von der überwiegend muslimischen Rebellengruppe der Séléka gestürzt worden. Tausende Menschen wurden in den vergangenen Jahren bei Kämpfen getötet.

Bozizé kehrte vor einem Jahr aus dem Exil zurück. Er wollte bei der Wahl in einer Woche eigentlich gegen Touadéra antreten und galt als dessen Hauptkonkurrent. Das Verfassungsgericht untersagte aber seine Kandidatur.


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