Trotz Weihnachten kein Stillstand im Motorsport

Die Formel 1 wird auch die kommenden Jahre in Spielberg gastieren. Gerhard Berger sieht unterdessen seine neue DTM auf der Überholspur.

Blickt zufrieden ins neue Jahr: DTM-Boss Gerhard Berger.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Daniel Suckert

Innsbruck –Fröhlich verkündete Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko am Montagabend die Neuigkeit, dass der auslaufende Formel-1-Vertrag mit Spielberg um mehrere Jahre verlängert wurde. Und die Verpflichtung von Sergio Pérez für das Cockpit neben Superstar Max Verstappen habe man bewusst gemacht, um „legal an Infos über den Mercedes-Motor zu bekommen. Sergio ist den ja gefahren.“ Apropos Motoren – die wird Red Bull künftig „zu 85 Prozent selbst produzieren. Honda ist uns da sehr entgegengekommen“, berichtete der Doktor. Die Japaner steigen ja nach 2021 aus der Königsklasse aus, werden aber den rotweißroten Vertreter weiter unterstützen.

Ähnlich frohe Kunde hört man dieser Tage aus dem DTM-Lager. Und das nach einem existenzbedrohenden Jahr 2020. Doch Gerhard Berger schaltete für seine Tourenwagen-Serie gleich zwei Gänge höher und rettete diese. Mit neuem Reglement geht es nun im neuen Jahr wieder auf die Strecke. Mit einem GT-Reglement und finanziell erschwinglichen Boliden, die jede Menge Markenvielfalt bringen sollen. Zusagen von Audi und Co. sickerten bereits durchs Fahrerlager, Berger selbst stellte klar: „Ich will 20 Autos und fünf verschiedene Marken.“

Berger plant PS-Programm für Jung und Alt

Der „E-Mobilität“ verschließt sich der Tiroler nicht. Das im November vorgestellte vollelektrische Demo-Fahrzeug soll in zwölf Monaten auf die Rennstrecke kommen. Auch die elektrifizierte Version dürfte bald einen Platz auf der DTM-Plattform finden. Bergers Ziel: ein PS-Programm für Jung und Alt zu präsentieren.

Generell will Berger seine Rennserie bis 2030 komplett CO2-neutral machen. Das künstliche Benzin, wie die Formel 1 es bald zum Einsatz bringt, soll ein Stück Rennalltag darstellen. Auch der Wasserstoff bleibt ein Thema. Berger, der ab dem kommenden Jahr die alleinige Verantwortung über die Rennserie übernimmt, will für alle Ideen offen sein.

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Keine guten Nachrichten ereilte indes die Formel E, wo die Schwergewichte Audi und BMW den Stecker zogen. Nach der Saison 2021 werden die beiden deutschen Hersteller nicht mehr an den Start gehen. Die vor sechs Jahren ins Leben gerufene Rennserie dürfte an Reiz verloren haben. In der BMW-Aussendung war zu lesen: „Die Möglichkeiten bei der Entwicklung von E-Antrieben im Wettbewerbsumfeld sind inzwischen im Wesentlichen ausgeschöpft.“

Die Corona-Krise hat der bereits angeschlagenen Autobranche noch stärker zugesetzt. Nun wird dreimal überlegt, auf welcher Plattform man künftig seine Millionen investiert.


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