Salzburg-Spieler Koita, Camara gedopt

Die beiden Salzburger Kaderspieler Sekou Koita und Mohamed Camara haben bei einer Dopingkontrolle der UEFA eine positive A-Probe abgegeben. Das gab Österreichs Fußball-Meister am Dienstag bekannt. Der Test habe bereits am 22. November in Salzburg und damit wenige Tage nach der Rückkehr der beiden Teamspieler vom Nationalteam von Mali nach Salzburg stattgefunden, hieß es weiters. Es soll sich um ein Mittel gegen Höhenkrankheit handeln.

Das nun bevorstehende Verfahren werde von der UEFA geführt, stellte ÖFB-Generalsekretär und -Jurist Thomas Hollerer gegenüber der APA klar. „Der ÖFB steht mit den Beteiligten im Austausch. Wenn die UEFA weitere Maßnahmen setzt, werden Verband und Verein entsprechend informiert“, meinte Hollerer.

Die Bundesliga informierte, dass die Vorgänge nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen würden. „Die Ergebnisse sämtlicher Spiele, in denen die betroffenen Spieler zum Einsatz gekommen sind, wurden bestimmungsgemäß beglaubigt.“ Eine Wiederaufnahme des Beglaubigungsverfahrens sei gemäß der Bundesliga-Satzungen ausgeschlossen.

Bis zur Verfahrenseröffnung soll das Duo grundsätzlich einsatzberechtigt sein, erklärte ein Salzburg-Clubsprecher auf APA-Anfrage. Beide würden auf eine B-Probe verzichten und weilen wie der restliche Salzburger Kader bereits auf Weihnachtsurlaub.

„Bei Camara und Koita wurden Spuren eines Wirkstoffs festgestellt, der wesentlicher Bestandteil eines Medikaments gegen Höhenkrankheit ist, das den beiden nach übereinstimmender Aussage vom malischen medizinischen Betreuerteam vor dem Auswärtsspiel in Namibia verabreicht wurde“, hieß es in der Aussendung. Der Name der festgestellten Substanz wurde bisher nicht genannt. Der Club legte Wert darauf, dass der Test bei den restlichen acht Spielern ein negatives Ergebnis brachte.

Die Nationalmannschaft von Mali ist für das Qualifikationsspiel zum Afrika-Cup vom auf 350 Meter Seehöhe liegenden Bamako in das rund 1.700 Meter hoch gelegene Windhoek in Namibia gereist. Das Spiel fand am 17. November statt. Mali siegte 2:1, Koita erzielte das Tor zur 1:0-Führung.

Seitdem kamen Koita und Camara in vier Ligaspielen zum Einsatz. Koita bestritt auch noch drei Champions-League-Spiele, Camara immerhin zwei davon. Beim Bundesliga-Spiel am Sonntag (2:3 gegen WAC) kamen beiden nicht mehr zum Einsatz, ihre bisher letzte Partie bestritten sie im Cup-Achtelfinale am 16. Dezember gegen Rapid.

Der Club betonte, in Zusammenarbeit mit der UEFA und den Behörden alles zu tun, um eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge in Mali zu erwirken. „Mohamed Camara und Sekou Koita werden im Frühjahr am Trainingsbetrieb teilnehmen und erhalten vom FC Red Bull Salzburg jegliche Unterstützung zur Aufklärung dieser Causa.“

„Wir sind sehr stolz, wenn unsere Spieler zu ihren jeweiligen Nationalteams einberufen werden. Aber gerade bei einem A-Länderspiel darf und muss erwartet werden, dass die medizinische Betreuung den internationalen Standards entspricht und Ärzte mit den geltenden Regeln vertraut sind“, sagte Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter.

Bekanntgewordene Dopingfälle sind im österreichischen Fußball äußerst selten. Prominenteste Causa der jüngeren Vergangenheit ist jene um den früheren Teamspieler Christian Mayrleb, der am 6. November 2006 im Rahmen einer unangemeldeten Trainingskontrolle der nationalen Anti-Doping-Kommission (ÖADC) positiv auf das Blutdruckmittel CoDiovan getestet , aber schon am 18. November in erster Instanz vom Senat I der Bundesliga freigesprochen wurde. Kurz danach wurde etwa auch der Altach-Spieler Modou Jagne positiv auf Cannabis getestet.


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