Tournee ohne Schlierenzauer: „Natürlich bin ich enttäuscht“

ÖSV-Adler Gregor Schlierenzauer verpasste den Sprung in das ÖSV-Aufgebot für die Vierschanzentournee. Neben den Tirolern Aschenwald und Lackner führt Hoffnungsträger Kraft das siebenköpfige Team an.

Der Tiroler Gregor Schlierenzauer konnte sich beim Weltcup in Engelberg mit den Plätzen 30 und 24 nicht für die Tournee empfehlen.
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Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – „Die Vierschanzentournee findet ohne mich statt“, schrieb Gregor Schlierenzauer in seinem Blog und war damit ein paar Stunden früher dran als die offizielle ÖSV-Aussendung gestern Vormittag. Das Traditions­event geht damit zum dritten Mal seit 2016 ohne den Rekordweltcupsieger und zweifachen Tournee-Champion (2011/12, 2012/13) in Szen­e. „Ich muss akzeptieren, dass meine Leistungen nicht gut genug waren und ich die zwei Möglichkeiten, die ich bei den Weltcup-Springen in Wisla und Engelberg hatte, nicht nutzen konnte.“

Die Nichtnominierung für die ersten zwei Tournee-Stationen in Oberstdorf und Garmisch, wo er im vergangenen Jahr als 31. bzw. 35. jeweils das Finale verpasst hatte, bedeutet nun einen weiteren Rückschlag für den 30-jährigen Tiroler. „Natürlich bin ich enttäuscht, alles andere wäre widersprüchlich. Die Tatsache, dass in Österreich aktuell leider keine 120-Meter-Schanze sprungbereit ist, macht es leider auch nicht leichter“, meinte er.

„Die Entscheidung war nicht einfach. Gregor hat den geforderten Top-15-Platz nicht gebracht“, sagt
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ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl setzt im siebenköpfigen Team auf andere Springer – darunter die beiden Tiroler Philipp Aschenwald und Thomas Lackner, den Sensations-Vierten von Nischnij Tagil (RUS). „Die Entscheidung zwischen Gregor und Thomas war nicht einfach“, sagte der 44-jährige Widhölzl in einer Videokonferenz. Er sehe nach wie vor „viel Potenzial“ bei Schlierenzauer. „Den geforderten Top-15-Platz hat er aber nicht gebracht.“ Der Rumer Lackner habe in Summe die besseren Ergebnisse in diesem Winter vorzuweisen. „Er ist von der Quarantäne direkt nach Engelberg gereist und hat im Training aufgezeigt. Im Wettkampf war es schwierig für ihn.“

Stefan Kraft ist wie erhofft bei der Tournee dabei. Der 27-Jährige habe die Rückenprobleme so weit im Griff. „Ich war mit ihm am Montag in Seefeld trainieren. Er hat drei Sprünge gemacht, die Situation ist momentan positiv“, erzählte Widhölzl. Siebentes Teammitglied ist Jan Hörl, der sich den zusätzlichen Startplatz als Führender des Continentalcups sicherte. Schlierenzauer hat die Chance, bei den Heim-Bewerben in Innsbruck und Bischofshofen in das nationale Kontingent aufgenommen zu werden. Dem ÖSV-Team wünscht der Stubaier für die Tournee „weite Sprünge und möglichst viel Erfolg“.

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69. Vierschanzentournee in Zahlen

ÖSV-Aufgebot für die Tournee: Philipp Aschenwald, Thomas Lackner (beide Tirol), Michael Hayböck, Markus Schiffner (beide OÖ), Daniel Huber, Jan Hörl, Stefan Kraft (alle Salzburg).

Die vier Austragungsorte: Oberstdorf (28.12. Qualifikation/29.12. Wettkampf), Garmisch-Partenkirchen (31.12./1.1.), Innsbruck (2.1./3.1.), Bischofshofen (5./6.1.). Alle Bewerbe und Qualifikationen live auf ORF eins.

Tournee-Endstand 2019/20: 1. Dawid Kubacki (POL), 2. Marius Lindvik (NOR), 3. Karl Geiger (GER), 4. Ryoyu Kobayashi (JPN), 5. Stefan Kraft (AUT)


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