Zammer Riefe: Liftstart als Weihnachtswunder

Der Riefenlift in den Startlöchern: Ehrenamtliche halten den kleinen Tellerlift am Laufen.

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Christoph Wolf (r.) und Toni Zangerl montieren symbolisch den ersten Bügel für den Riefenlift. Wenn alles klappt, soll er heute starten.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Zams – Gestern Nachmittag war noch viel zu tun: Das Zugseil benötigte ein Feintuning, die Bügel sollten eingehängt sowie das „Personal“ geschult werden. Gleichzeitig quälte sich das Pistengerät durch den vom Regen weichen Schnee. Die Temperatur dafür war alles andere als optimal. Und trotzdem waren die Verantwortlichen optimistisch. „Alle Signale sind auf Grün“, betont Christoph „Giggo“ Wolf – wenn das Wetter mitspielt, sollte die Zammer Riefe heute in die Wintersaison gehen.

Sie ist der Gegenpol zu den Megaskigebieten in unmittelbarer Nachbarschaft wie Ischg­l, Serfaus-Fiss-Ladis oder am Arlberg. Mit den modernsten Liftanlagen, den größten Fuhrparks oder den längsten Pisten kann sie nicht mithalten. Und trotzdem ist der kleine Tellerlift am Ortsrand von Zams für viele eine Herzensangelegenheit. Heuer drohte der Anlage, die ein dickes Minus in der Bilanz der Venet Bergbahnen AG war, fast das Aus.

Dem Engagement von drei Vereinen und vielen Freiwilligen ist es zu verdanken, dass es weitergeht. Und wie! „Über 50 Menschen haben sich gemeldet“, so Wolf. Alles von der Beschneiung über die Pistenpräparierung bis hin zum Liftdienst basiert künftig auf Ehrenamtlichkeit – die TT hat berichtet. In der neu gegründeten WhatsApp-Gruppe gehe es derzeit rund – alle sitzen in den Startlöchern, um loszulegen. Sie wollen den Lift künftig an sieben Tagen die Woche von 13 bis 16 Uhr offen halten. Und zwar kostenlos. Die Venetbahn ist weiter als Betreiber im Hintergrund – als Betriebsleiter fungiert Helmut Niederwolfsgruber, der gestern ebenfalls optimistisch war. Hinter den Helfern liegen arbeitsreiche Wochen. Die neue Schneekanone holte man aus Bozen, das Förderband für die Kleinsten aus Bad Goisern. „Es war spannend, weil auch einige unvorhergesehene Dinge passiert sind“, so Wolf weiter. So hatte man nicht damit gerechnet, dass das Zugseil so schlecht beieinander war. Es wurde ausgetauscht. Das war auch finanziell ein Kraftakt. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet und auch bei der Suche nach Sponsoren war man kreativ. Selbst die Bügel konnte man als Werbeflächen verkaufen. „Zwölf sind noch zu haben“, warb Wolf für weitere Unterstützer. Gestern in der Früh kam dann auch das Pistengerät an, mit dem Armin Hütter und Marcell Juen am Nachmittag ihre Runden drehten. „Die Piste bringen wir her“, betonte Toni Zangerl, dessen Vater den Lift 1963 gebaut hat. „Zu 98 Prozent können wir starten.“

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