Tirol will Impfen nicht „inszenieren“, Verstimmungen mit Bund

Sonntag werden die Bewohner eines Tiroler Heimes im Zentralraum gegen Corona geimpft. Zuletzt gab es jedoch Impf-Verstimmungen mit dem Bund.

Eine über 90-jährige Frau wurde gestern im Kanton Luzern als erste Schweizerin gegen das Coronavirus geimpft.
© APA

Innsbruck – Ursprünglich sollte nur in Wien, Ober- und Niederösterreich mit der Corona-Impfung begonnen werden, in den anderen Ländern sollten lediglich einige wenige Personen einen Impfstoff erhalten. So sah es die politische Regie der türkis-grünen Bundesregierung vor. Doch da machten die Länder nicht mit, dafür wollte sich auch Tirol nicht hergeben. In der Nacht auf Mittwoch gab es deshalb hektische Telefonate, jetzt wird die Aufteilung geändert. So werden am Sonntag die Bewohner eines Alten- und Pflegeheims im Zentralraum von Tirol geimpft.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) soll derzeit gar nicht gut auf die Regierung in Wien zu sprechen sein, zu viel holperte in den vergangenen Tagen. Nicht die Inszenierung dürfe im Vordergrund stehen, sondern die Überzeugung der Bevölkerung mit guter und sachlicher Aufklärung, sich impfen zu lassen, heißt es. „In erster Linie geht es jetzt darum, die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen in den Wohn- und Pflegeheimen sowie das dortige Strukturpersonal so rasch wie möglich mit einer Impfung zu schützen“, betont LH Günther Platter.

„Jetzt geht es darum, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen mit einer Impfung zu schützen“, sagt LH Günther Platter.
© Foto Rudy De Moor

Noch nicht ganz klar ist, wie der Impfstoff ausgeliefert wird. Ein Transport mit dem Hubschrauber in Tirol ist im Gespräch. Die erste größere Impfaktion startet in der ersten Jännerhälfte, 24.000 Impfdosen stehen dem Land dann zur Verfügung.

Nach wie vor auf großes Echo stoßen die vom Land angebotenen Antigen-Tests vor Weihnachten. 30.000 Tirolerinnen und Tiroler ließen sich bereits testen, 89 Ergebnisse wurden durch anschließende PCR-Tests nach positiven Abstrichen bestätigt. Insgesamt meldeten sich 60.000 Personen für die Tests an. „Vielfach gezielt“, wie der Leiter des Corona-Einsatzstabes, Elmar Rizzoli, erklärt. Damit hab­e man ein wesentliches Ziel des freiwilligen Testangebots vor Weihnachten erreicht.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Generell verzeichnet Tirol seit einigen Tagen zwischen 150 und 200 positive Test­ergebnisse, die Situation in den Spitälern hat sich zwischenzeitlich entspannt – doch das sind lediglich Momentaufnahmen. Eine kritische Phase wird nach Weihnachten erwartet, deshalb hoffen Gesundheitspolitik und Ärzte auf Disziplin „vor dem Christbaum“. (pn)


Kommentieren


Schlagworte