Geglückter Start in die Saison: Regen trübte die Ski-Freude in Tirol nicht

Auch wenn der Regen am Heiligen Abend nicht gerade einladend war: Der erste Skitag heuer lief für jene Gebiete, die aufsperrten, überraschend positiv.

Tag 1 im neuen Ski-Winter: Trotz Schlechtwetter und Corona-Krise zeigen sich die Liftbetreiber in Tirol positiv überrascht.
© Michael Kristen

Von Marco Witting

Innsbruck, Kitzbühel, Ötz – Kurz nach 8 Uhr standen die ersten Skifahrer am Patscherkofel schon bereit. In den ersten eineinhalb Stunden verzeichnete die Bahn knapp 300 Zutritte. Tag 1 der heurigen Skisaison fiel wettertechnisch zwar ins Wasser. Der guten Stimmung tat dies aber ganz offensichtlich keinen Abbruch.

Im Gegenteil. Jene, die sich auf den Pistenspaß freuten, waren dankbar für die Gelegenheit, endlich auf die Bretter zu steigen. Die Liftbetreiber, die sich entschlossen aufzusperren, zeigten sich, wie ein Rundruf ergab, „zufrieden“, „positiv überrascht“ und „von der Disziplin begeistert“.

Die FFP-2-Maske gehört vorerst zum Skifahren dazu..Am Patscherkofel konnte man gestern Masken kaufen.
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Knapp 2000 Menschen gaben sich bei Regen und Schneefall den Saison­start in Kitzbühel. Für den Vorstandsvorsitzenden der Kitzbüheler Bergbahnen, Anton Bodner, ein guter Start. „Wir konnten unser Kamerasystem noch nicht im Echtbetrieb probieren, der Praxistest hat bestens funktioniert.“ Bodner war rundum zufrieden und lobte auch Bezirkshauptmannschaft und Polizei. Man habe auch noch kurzfristige Adaptierungen vorgenommen und fühle sich gut aufgehoben. „Es ist nicht die Frage, wie viele Maßnahmen man setzt, sondern ob sie auch angenommen werden. Die Eigenverantwortung und Vernunft der Menschen war wirklich auffällig und sehr positiv.“

Ortswechsel: In Oetz waren laut GF Andreas Perberschlager „ganz nett viele Leute“ ins Skigebiet gekommen. Und auch hier das Lob der Betreiber: „Die Leute sind happy und diszipliniert“, wenn es um das Anstehen am Lift ging. Der größte Wermutstropfen lag aber auch im Ötztal auf der Hand: die fehlende Möglichkeit, Verpflegung anzubieten. Hier ortet Perberschlager eine „Ungerechtigkeit“, weil die Skihütten eben nichts anbieten dürfen, andere Betriebe aber schon.

Auch in anderen Regionen herrschte gestern durchaus gute Stimmung.
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Zurück auf den Patscherkofel. Adrian Egger, Geschäftsführer der Bahn, sah den Start insgesamt sehr positiv. „Es war sicher eine Kombination aus Wetter und letzten Möglichkeiten, einkaufen zu gehen, dass nicht noch mehr Leute ins Gebiet gekommen sind. Andererseits war es zum Start ganz gut.“ Laut Egger ahben rund 80 Prozent der Skifahrer eine FFP2- Maske selbst von zuhause mitgebracht. Die anderen konnten ihre Maske bei der Kassa um drei Euro kaufen. „Das hat alles sehr gut funktioniert.“

Katharina und Anna, zwei junge Frauen aus Innsbruck, ließen sich vom Regen jedenfalls nicht abhalten, die ersten Schwünge am Hausberg zu machen. „Wir haben uns schon sehr gefreut, dass der Winter endlich losgeht. Leider ist das Wetter nicht so gut. Aber um die Wartezeit auf das Christkind zu verkürzen, sind wir halt doch Ski fahren gegangen.“ Die Sicherheitsmaßnahmen sind für sie „in Ordnung“. Dass man nichts zu essen und trinken kaufen kann, empfinden die beiden Frauen als „unfair“.

📽️ Video | Skigebiete starten in die Wintersaison


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