Erste Corona-Impfstoff-Lieferung gut in Wien angekommen

Die ersten 10.000 Dosen des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer sind am Samstag um 5.35 Uhr gut in Wien-Simmering angekommen. Ein Kühl-Lkw mit großer Infrastruktur im Inneren, eskortiert von Polizeifahrzeugen, lieferte das kostbare Gut ab, hieß es aus dem Innenministerium. Gestartet war der Transport im belgischen Puurs, um 2.00 Uhr nahmen ihn Einheiten der Landesverkehrsabteilungen Wien und Oberösterreich am Grenzübergang Suben (Bezirk Schärding) entgegen.

Die ersten fünf Freiwilligen - alles Risikopatienten über 80 Jahre - werden am Sonntag in Wien geimpft. Auch in Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Salzburg, Vorarlberg und Tirol wird bereits am Sonntag - zumeist in Alters- und Pflegeheimen - immunisiert. Für den weiteren Transport der Impfstoff-Dosen in die Bundesländer seien diese laut Innenministerium selbst zuständig. Ab Montag werden weitere Lieferungen in Österreich erwartet, eine größere am Silvestertag.

„Es ist heute ein geschichtsträchtiger Tag“, freute sich Verteidigungsministerin Tanner. Heute und morgen, Sonntag, werde Geschichte geschrieben. Das Bundesheer sei dabei im Einsatz - wie schon seit Monaten, da man etwa auch schon beim Contact Tracing oder bei den Massentests Unterstützung geleistet habe. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem „schönen Weihnachtsgeschenk“ und versprach, sich - sobald ihre Zielgruppe an die Reihe komme - impfen zu lassen.

Zunächst wird der Impfstoff aber vor allem an Pflegeheime und zu Gesundheitseinrichtungen geliefert. Den Auftakt macht am Sonntag die MedUni Wien, wo um 9.00 Uhr fünf Risikopatienten über 80 Jahre geimpft werden. Die Covid-Station in der Klinik Favoriten wird in Wien dann in den Mittagsstunden die nächste Station sein. Laut Bürgermeister Ludwig wird Christoph Wenisch, der Leiter der Infektionsabteilung, dort als erster das Mittel verabreicht bekommen.

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Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) appellierte unterdessen einmal mehr, die Impfung in Anspruch zu nehmen. Es müsse zwar jeder für sich entscheiden, er wolle sich aber ganz bestimmt impfen lassen, sagte er im Interview mit dem ORF. Hier werden auch die Statistiken helfen, zeigte sich der Kanzler überzeugt. Denn gerade ältere Menschen könnten sich „ganz genau anschauen“, wie hoch die Gefahr im Fall einer Ansteckung sei, ins Spital oder gar auf eine Intensivstation zu kommen.

Auch die SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner sieht nach den vergangenen Monaten, die „für alle sehr herausfordernd waren“ die Impfungen als „große Chance, uns das normale Leben zurückzuholen“. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto besser werde das gelingen, sagt die SPÖ-Chefin in einem Video auf ihrer Facebook-Seite.

Auch in den anderen Ländern der Europäischen Union ist am Samstag der erste Corona-Impfstoff ausgeliefert worden. Wie in Österreich sollen auch in Deutschland, Italien, Frankreich und zahlreichen anderen EU-Staaten ab Sonntag die ersten Impfungen beginnen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Hoffnung sprach von einem bewegenden Moment der Einheit und einer europäischen Erfolgsgeschichte. „Die Impfungen werden dabei helfen, nach und nach zu unserem normalen Leben zurückzukehren“, sagte sie in einem am Samstag auf Twitter veröffentlichten Video. Sobald genügend Menschen geimpft worden seien, könne man wieder beginnen zu reisen, Freunde und Familie zu treffen und die Feiertage normal zu verbringen. „Aber bis dahin müssen wir weiter vorsichtig sein.“

„Heute ist Liefertag“, sagte von der Leyen. „Und morgen beginnen die Impfungen gegen Covid-19 in der Europäischen Union.“ Nach ihren Angaben steht der Impfstoff zeitgleich in allen 27 EU-Staaten zur Verfügung. „Und die Menschen beginnen mit den Impfungen in Athen, in Rom, in Helsinki, in Sofia, wo auch immer.“ Bald schon würden weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. „Lasst uns 2021 zum unserem Jahr der Europäischen Erholung und Hoffnung machen.“


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