Startschuss der Corona-Impfungen auch in Italien

311 Tage nach Ausbruch der Epidemie in Italien, die fast 72.000 Todesopfer gefordert und zur Infizierung von zwei Millionen Personen geführt hat, beginnt auch in Italien eine große Anti-Covid-Impfkampagne. Als erste Italienerin wurde anlässlich des europäischen Impftags „V-Day“ am Sonntag die 29-jährige römische Krankenpflegerin Claudia Alivernini geimpft, die im nationalen Institut für Infektionskrankheiten „Lazzaro Spallanzani“ beschäftigt ist.

„Sich impfen zu lassen, ist eine Geste der Nächstenliebe. Wir haben einen historischen Tage erlebt, den wir nicht vergessen werden. Wir vertrauen der Wissenschaft und denken, dass diese Impfkampagne eine Wende im Kampf gegen die Epidemie sein wird“, sagte die Krankenpflegerin. Nach ihr wurden in Rom zwei Ärzte und weitere zwei Mitarbeiter des Spallanzani-Krankenhauses geimpft.

Für den Start der Impfkampagne wurden Italien 9.750 Impfdosen geliefert, die am Freitag aus Belgien über den Brenner Rom erreichten. Von hier aus wurden sie mit Maschinen der italienischen Luftwaffe in mehrere italienische Städte geflogen. Die meisten Dosen erhielt die Lombardei, die von der Pandemie am stärksten betroffene Region Italiens. Begonnen wird mit der Impfung des Gesundheitspersonals, sowie Patienten in Seniorenheimen.

Die erste Person, die in der Lombardei geimpft wurde, ist die Krankenpflegerin der Intensivstation im Krankenhaus von Codogno. Hier war am 20. Februar der erste Coronavirus-Fall entdeckt worden. Der Impfstoff wurde der Krankenpflegerin im selben Zimmer des Krankenhauses injiziert, in der die Anästhesistin Annalisa Malara den ersten Italiener auf Coronavirus getestet hatte.

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„Endlich sehen wir Licht am Ende einer langen Nacht“, kommentierte der für die Impfkampagne verantwortliche Regierungskommissar Domenico Arcuri. Er bezeichnete den Beginn der Impfkampagne als „symbolischen Tag“ für Italien. „Wir sind überzeugt, dass die Bürger die Bedeutung dieser Impfkampagne begreifen und sich zur Impfung entschließen werden“, erklärte der Regierungskommissar.

450.000 Impfdosen pro Woche soll Italien vom Pharmakonzern BioNTech/Pfizer erhalten. In einer ersten Phase sollen 1,7 Millionen Italiener geimpft werden, darunter 15.000 Ärzte und Pflegepersonal. Bis Herbst sollen es laut Hoffnungen der Regierung 42 Millionen sein. Regierungschef Giuseppe Conte hatte am Mittwoch versichert, dass es in Italien zu keiner Impfpflicht kommen werde.

Italien ist das von der Coronavirus-Epidemie europaweit am stärksten betroffene Land. Die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie stieg am Samstag auf 71.620. Über zwei Millionen Menschen wurden infiziert.


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