ÖSV-Damen wollen Aufwärtstrend am Semmering fortsetzen

Christian Mitter hofft, dass der Aufwärtstrend seiner Riesentorlauf-Damen auch auf dem Semmering weitergeht. „Das wäre das Ziel. Courchevel war mit gleich Mehreren in den Top-15 ein Zeichen, dass wir vorne mitfahren können“, gab sich der ÖSV-Rennsportleiter vor dem „Riesen“ am Montag zuversichtlich. „Ich hoffe, das klappt auch am Semmering.“

Mitter gefällt vor allem die neue Angriffslust seiner Damen. „Es wird nichts verteidigt, sondern nach vorne gefahren“, lobte der Steirer seine Weltcup-Truppe. Man müsse aber auch die Kirche im Dorf lassen. „Zuerst muss man konstant um die Top-fünf mitfahren und sich mit der Startnummer stabilisieren.“

Mikaela Shiffrin sowie Petra Vlhova - der Slowakin gelang 2018 auf dem „Zauberberg“ ihr erster RTL-Sieg -, sind auch für Mitter die Topfavoritinnen am Montag (10.00/13.00, live ORF 1). „Für Mika war der Sieg in Courchevel ein guter Boost und Petra will es hier sicher wieder wissen.“

Der extrem flache Startteil am Semmering sei tatsächlich sehr speziell, stimmte der Chefcoach zu. „Da geht es am Anfang ja fast bergauf. So gesehen hat das Rennen hier wirklich einen eigenen Touch.“ Mitter weiß, wie man trotzdem schnell ist. „Man muss oben alles gut treffen, sonst kann man unten skifahrerisch nicht mehr viel tun.“ Als Österreicherin sei man es zudem gewohnt, im Wald zu fahren und dass die Piste schmäler sei. „Hier sind sie skifahrerisch aufgewachsen.“

Neben Katharina Liensberger fuhr auch Stephanie Brunner zuletzt als Sechste in Courchevel stark, obwohl die Tirolerin nach langer Verletzungspause nun erst vor ihrem vierten Rennen steht. „Sie ist wirklich auf einem guten Weg“, lobte Mitter.

„Auch mir wäre es lieber, wenn es mit mehr Tempo losginge“, gestand Brunner, die vor zwei Jahren als Semmering-Vierte aber das RTL-Podest um nur vier Hundertstel verpasst hatte. Danach kamen aber zwei weitere Kreuzbandrisse und ein Markenwechsel, erst diesen Oktober kehrte die Tirolerin zurück. „Der Grundspeed ist definitiv noch da“, hat sie schon erkennen können. „Ich muss hier einen gescheiten Start machen und dann 100 Prozent geben, ohne einen Fehler zu machen.“

Für Ramona Siebenhofer ist das Rennen auf der Passhöhe nahe Wiens speziell. „Ich freu mich auf ein richtiges Heimrennen. Die Anreise ist sehr kurz und es ist ja auch ein bissl Steiermark hier“, sagte die Steirerin aus der Krakau. Vermissen werde sie mangels Zuschauer die einzigartige „Kesselstimmung“ am Semmering. „Diesmal wird‘s ruhiger sein. Aber es ist ja eh noch Weihnachtszeit.“

Dass der Semmering im Gegensatz zu den vorangegangen Rennorten trotz Corona keine „Geisterstadt“ ist, ist Siebenhofer aufgefallen. „Viele sind hier, um Frischluft zu schnappen.“ Auch Mitter war bei der Anreise „g‘scheit überrascht“ vom Stau im Ennstal sowie dem aktuellen Run auf die Skigebiete in Österreich, obwohl derzeit wegen des Corona-Lockdowns nur Tagesskilauf erlaubt ist. „Die Leute sehnen sich danach, rauszukommen. Das sieht man am Semmering und allen anderen Skigebieten.“

Man merke dadurch laut Mitter, „dass der Skisport nicht tot ist, wie es oft geredet wird. Sondern dass es die Leute schon interessiert. Dass sie wissen wollen, wer der Schnellste ist.“ Und zur Gretchenfrage meinte Mitter: „Für einen Ort bringt es deutlich mehr, einen Weltcup zu haben, als nicht.“


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