Daniel Huber ist plötzlich größte ÖSV-Hoffnung für Tournee

Das hätte sich Daniel Huber auch nicht träumen lassen: Vor Beginn der 69. Vierschanzen-Tournee ist der am 2. Jänner 28 Jahre alt werdende Salzburger vom Saisonverlauf her das heißeste Eisen im ÖSV. Die Gründe sind vielfältig, liegen in zwei Corona-Ausbrüchen im Team, den Rückenproblemen von Weltcup-Titelverteidiger Stefan Kraft, aber auch in zwei Podestplätzen Hubers.

„Das ist definitiv eine ungewöhnliche Rolle. Das hätte ich mir auch einen Monat vor der Saison nicht so gedacht“, meinte Huber zur APA - Austria Presse Agentur. „Es ist generell ein bisserl eine ungewöhnliche Saison. Ich bin froh wie es angelaufen ist. Mir taugt es, dass ich Sprünge relativ konstant auf dem Level zeigen kann. Ich bin bereit und fühle mich sehr wohl in der Rolle“, nimmt er die Ausgangsposition selbstbewusst an.

Ein Mitgrund für die Stabilität sei einerseits das neu abgestimmte Setup, aber auch der Kopf. „Die größten Schritte habe ich sicher im mentalen Bereich gemacht. Ich bin gut eingestellt auf die Wettkämpfe und komme teilweise ‚in den Tunnel und den Flow‘.“

Doch auch der nach der Nichtnominierung von Gregor Schlierenzauer Team-Älteste Michael Hayböck könnte ganz vorne mitmischen. Trotz zweiwöchiger Coronapause hatte er aus der Quarantäne heraus als Vierter Skiflug-WM-Edelmetall nur knapp verpasst. Bei ihm habe die Sommervorbereitung endlich nach Plan gepasst und auch seine Rückenprobleme seien nun behoben. „Das ist ein großer Unterschied, wenn man sorgenfrei und in allen Umfängen trainieren kann.“

Engelberg sei für Hayböck quasi ein Neustart gewesen, da nach der Quarantäne gleich das Skifliegen war und er nun wieder auf den zur Normalität gewordenen Großschanzen unterwegs ist. „Es geht für mich darum, zu meinen richtig guten Sprüngen zu finden. Und die sind mehr wert als die letzten Jahre. Ich weiß, dass es für sehr weit vorne reichen kann.“

Überrascht hatte zuletzt auch Thomas Lackner, der sich mit Rang vier in Nischnij Tagil für das ÖSV-Tourneeteam empfohlen hatte. „Ich bin eigentlich mit Russland mit einem sehr spätem Anruf am Samstagabend um halb zwölf fast ins kalte Wasser geworden worden, Gott sei Dank muss man sagen“, meinte Lackner, der sich über ein „tolles Weihnachtsgeschenk“ freute, nämlich, dass er seine erste komplette Tournee springen darf. Und das obwohl er vor der Saison keinem ÖSV-Kader angehörte.

Der 27-jährige Tiroler studiert in Innsbruck Jura und arbeitet nebenbei im Büro eines Juweliers. An Goldprojekten? „Im Geschäft einmal schon, aber den Rest muss ich mir verdienen, aber ich gebe mein Bestes“, antwortet er lächelnd. Er ordnet dem Sport alles unter, verrät er. Und auch, dass er mit dem letzten verbliebenen Helm des Ex-Tournee-Siegers Thomas Diethart (2013/14) springt. „Wir sind sehr gut befreundet und er hat keine Verwendung mehr dafür.“ Der Helm gefällt ihm und „es ist ein kleines Memoriam an ihn.“


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