SPÖ-interner Zwist über Hofburg-Kandidatur

Dornauer meinte im APA-Gespräch, er empfehle seiner Partei bei der 2022 anstehenden Bundespräsidentschaftswahl jedenfalls eine eigene Kandidatur. Im Auge dafür hat er Bures, diese sei eine „überaus geeignete Kandidatin“ und eine der „verdientesten Politikerpersönlichkeiten Österreichs“. Er halte „die Zeit reif für eine Frau auf dem Chefsessel im Land“, so der Landesparteichef. Die rote Kandidatur solle „im Laufe des nächsten Jahres“ fixiert werden, gab der Tiroler Vorsitzende seinen Parteifreunden mit auf den Weg.

In der Bundeshauptstadt löste Dornauer damit offenkundig keine Freude aus: „Aus Respekt vor dem Amt und insbesondere aus Respekt vor der Person Alexander Van der Bellen, den Bürgermeister Ludwig außerordentlich schätzt und mit dem ihm ein sehr gutes Vertrauensverhältnis verbindet, hält er jegliche Diskussion zum derzeitigen Zeitpunkt für absolut nicht notwendig und auch für entbehrlich“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme aus der Wiener Landespartei.

Bures, die als Vertraute Ludwigs gilt, hatte zuletzt selbst erklärt, sie glaube, „dass die Sozialdemokratie, falls er noch einmal antritt, Alexander Van der Bellen unterstützen wird“. SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner hatte eine SPÖ-Hofburg-Kandidatur vor kurzem offen gelassen, aber gleichzeitig auch daran erinnert, dass in der Zweiten Republik SPÖ oder ÖVP nie einen Kandidaten aufgestellt haben, wenn sich ein amtierender Präsident um die Wiederwahl beworben hat.


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