Plan bis Ende Jänner steht: Impfung für 5000 Tiroler pro Woche

4900 Dosen des Vakzins von BioNTech und Pfizer sind gestern in Tirol eingetroffen. Ab Jänner 2021 wird die Lieferung von wöchentlich rund 5000 Impfdosen erwartet. Somit können bis Ende des kommenden Monats 12.000 Tiroler immunisiert werden.

Viele Menschen stehen einer Impfung skeptisch gegenüber. Eine Impfpflicht lehnt Public-Health-Experte Peter Kreidl dennoch ab.
© APA/HANS PUNZ

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Es wird geimpft. Die 95-jährige Heimbewohnerin Notburg Perkhofer aus Mieming war am vergangenen Sonntag die erste Tirolerin, die ein Vakzin gegen das Coronavirus gespritzt bekam. 12.000 weitere Menschen sollen bis Ende Jänner folgen – in der kommenden Woche vorerst in sechs Pflegeheimen. 24.000 Impfdosen sind dafür erforderlich. „Nach derzeitigem Stand wird die Impfung noch in der ersten Jännerhälfte in allen übrigen Wohn- und Pflegeheimen ausgerollt“, heißt es dazu vom Land Tirol. Die Mitarbeiter der heimischen Krankenhäuser folgen ab Ende Jänner.

Gestern trafen in Tirol 4900 Dosen des Covid-19-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer ein. Laut der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Landes reichen die bestellten Vakzine, um alle Bewohner und Mitarbeiter der Tiroler Heime zu impfen. „Auf Basis der bisherigen Rückmeldungen aus den Wohn- und Pflegeheimen wird eine große Impfbereitschaft signalisiert“, wird von Seiten des Landes betont.

Public-Health-Experte lehnt Impfpflicht ab

Die Vakzine werden in die Einrichtungen geliefert und dort verabreicht. Für Peter Kreidl, Public-Health-Experte der Medizinischen Uni Innsbruck, eine durchaus gangbare Methode. Zwar sei es eine „logistische Herausforderung, mit vielen Playern, die alle gut ausgebildet sein müssen. Wenn das aber gut organisiert ist, ist es sicher ein effektiver Weg.“ Es sei jedenfalls einfacher, „50 Bewohner und Pfleger in den Altenheimen zu impfen, als zum Beispiel alle Zillertaler nach Schwaz in ein großes Impfzentrum zu transportieren“.

Laut einer aktuellen TT-Umfrage wollen sich derzeit nur 43 Prozent der Tiroler impfen lassen. Zu wenig für eine Herden­immunität. Also eine Impfpflicht? Kreidl lehnt das ab. Dies sei „nicht der Weg des 21. Jh. Vielmehr muss Vertrauen da sein und geschaffen werden.“ Zudem könne eine Impfpflicht „fatale Folgen für alle anderen Impfprogramme haben“. Und zwar dann, wenn viele Menschen zeitgleich eine Dosis verabreicht bekommen würden und Krankheiten, die infolgedessen auftreten, als Impfschäden interpretieren würden – obwohl sie dies nicht seien. Der Glaube an Vakzine würde nachhaltig geschädigt.

Derzeit gebe es absolute Skeptiker und solche, die der Impfung bedingungslos vertrauen. Sich auf die eine Seite zu schlagen oder die andere zu verteufeln, sei aber der falsche Weg, glaubt Kreidl. „Zielgruppe der Kampagnen von Politik und Medizin müssen jene sein, die zweifeln.“ Diese müssten für die Impfung und alle Vorteile, die sie mit sich bringt, gewonnen werden. „Und das geht nur mit transparenter Information.“


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