Starkes Erdbeben in Kroatien auch in Österreich zu spüren

In Kroatien ist am Dienstag unweit von Zagreb ein Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala registriert worden. Ein zwölfjähriges Mädchen wurde in der Kleinstadt Petrinja, wo das Zentrum des Erdstoßes lag, getötet. Mindestens 20 Personen wurden verletzt, berichteten kroatische Medien. Rettungskräfte suchen nach Verschütteten. Die Hälfte der Stadt sei zerstört, sagte Bürgermeister Darinko Dumbovic. Das Beben war auch stark in Österreich zu spüren.

Bilder aus dem Stadtzentrum, das am schwersten getroffen wurde, zeigten eingestürzte Häuser und komplett zerstörte Dächer. Auch ein Kindergarten wurde Berichten zufolge zerstört. Zum Zeitpunkt des Bebens, das sich gegen 12.20 Uhr ereignete, waren dort aber keine Buben oder Mädchen.

Neben lokalen Rettungskräften wurden auch Helfer aus anderen Teilen des Landes für Petrinja mobilisiert. Unter anderem machten sich auch Bergretter mit Spürhunden auf den Weg in die Stadt. Die Militäreinheiten, die in Petrinja stationiert sind, kamen ebenfalls zur Hilfe. In der Kaserne könnten jene Einwohner, deren Häuser unbewohnbar wurden, untergebracht werden, sagte Staatspräsident Zoran Milanovic, der die Stadt besuchte. Auch Premier Andrej Plenkovic und mehrere Minister waren gekommen.

Erhebliche Schäden wurden auch aus der nahegelegenen Stadt Sisak berichtet, die rund 15 Kilometer entfernt von Petrinja liegt. Das Krankenhaus musste geräumt werden, berichtete das Regionalsender N1. Alle bis auf ein Gebäude seien durch das Beben beschädigt worden, die Patienten wurden nach Zagreb gebracht, hieß es. Nach Angaben des Gesundheitsministers Vili Beros soll die Armee beim Transport aushelfen. Das Krankenhaus in Sisak hat trotzdem 20 verletzte Personen aus Petrinja aufgenommen, darunter zwei Schwerverletzte.

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In der rund 50 Kilometer entfernten Hauptstadt Zagreb wurden ebenfalls Gebäude beschädigt. Die Menschen, die noch das schwere Beben vom März in Erinnerung haben, flüchteten auf die Straßen. Telefon- und Stromleitungen wurden in Teilen des Landes unterbrochen, betroffen war auch Zagreb.

Nach dem Erdbeben wurde das slowenische Atomkraftwerk Krsko, das rund 80 Kilometer Luftlinie vom Epizentrum des Erdbebens entfernt liegt, präventiv abgeschaltet. Das sei ein übliches Verfahren bei Beben von einer solchen Stärke, hieß es aus dem AKW zur slowenischen Nachrichtenagentur STA. Der slowenische Infrastrukturminister Jernej Vrtovec betonte via Twitter, dass die Sicherheit nicht gefährdet sei. Die erste Überprüfung im AKW hätte keine Auswirkungen des Bebens gezeigt, hieß es. In der Anlage wird eine Prüfung aller Systeme durchgeführt, die Wiederinbetriebnahme ist binnen 24 Stunden geplant.

Das Erdbeben wurde vom European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) mit einer Stärke von 6,3 angegeben wurde. Das Epizentrum lag rund 45 Kilometer südwestlich von Zagreb, etwa drei Kilometer von Petrinja entfernt. Dort war bereits das Zentrum des Bebens vom gestrigen Montag, das eine Stärke von 5,2 hatte. Das Beben wurde in der ganzen Region gespürt: Wahrnehmungsberichte gab es aus Slowenien, Österreich, Italien sowie Bosnien-Herzegowina und Serbien.

Das Beben wurde von der ZAMG um 12.19 Uhr im Raum Sisak mit einer Magnitude von 6,0 registriert. Meldungen aus Kärnten, der Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, dem Burgenland sowie aus dem Raum Wien trafen auf der Hohen Warte ein. Unter anderem wurde deutliches Rütteln von Gebäuden verspürt und Gläser, Geschirr und Christbaumkugeln klirrten.

auszufüllen.


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