Grünen-Politiker Willi mit Kritik an Kurz

Die zweite Massentest-Runde vom 15. bis 17. Jänner muss die letzte sein. Dies forderte Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) im APA-Gespräch. Danach gelte es, sich auf die Überzeugungsarbeit für die Impfung und die darauffolgende „Massen-Impfung“ zu konzentrieren. Indes übte Willi Kritik an der Kommunikation der Massentests durch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Dass Grünen-Chef Werner Kogler die Partei in die nächste Wahl führt, ist aus seiner Sicht nicht fix.

Willi warf Kurz quasi eine überfallsartige Vorgangsweise vor. Dies habe dazu geführt, dass man zu wenige Menschen überzeugen habe können und dementsprechend die Beteiligung auch eher enttäuschend ausgefallen sei: „Ich hätte mir das anders erwartet. Nicht: ‚Kurz verkündet und alle müssen reagieren‘. Ich hätte mir das besser vorbereitet gewünscht. Auch die zweite Phase. Es geht auch darum, ob man wirklich alle testen und es stattdessen nicht zielgerichteter machen soll“. Der Kanzler hätte dies „kommunikativ anders vorbereiten“ müssen.

Man müsse die letzten Massentests nun vor allem als eine wichtige Übung sehen, um in die Phase der Impfung zu kommen. Die Tests würden es erleichtern, im Anschluss eine „funktionierende und erprobte Impfstruktur“ zur Verfügung zu haben. Er hoffe, dass man dann innerhalb kurzer Zeit sehr viele Menschen impfen könne. Dies solle „ziemlich schnell in das normale Leben zurückführen“.

Darüber hinaus fand der Innsbrucker Stadtchef jedoch lobende Worte für das schwarz-grüne Corona-Krisenmanagement. Es sei gelungen, das Gesundheitssystem „fit zu halten“ und durch Kurzarbeit und Förderungen die Wirtschaftskrise abzufedern. „Dass nicht jede Entscheidung den Logik-Preis gewinnt, ist auch klar“, zeigte sich Willi gnädig.

TT-ePaper testen und eine von drei Cookit Küchenmaschinen gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Dass der grüne Bundessprecher und Vizekanzler Werner Kogler bei der nächsten Nationalratswahl erneut Spitzenkandidat seiner Partei wird, ist aus Willis Sicht keine ausgemachte Sache. Kogler sei zwar momentan die „Nummer eins“, aber diese Frage werde „zeitgerecht, ein Jahr vor der Wahl“, also planmäßig 2023, entschieden: „Wenn man die Wahl vorbereitet, wird man sich anschauen: Was ist die grüne Antwort auf die Themenlage am Wahltag. Was die Themenlage sein wird und wer dafür der beste Thementräger sein wird - das wissen wir heute nicht“, erklärte Willi.


Kommentieren


Schlagworte