Mindestens 16 Menschen durch Explosionen im Jemen getötet

Bei einer schweren Explosion auf dem Flughafen der jemenitischen Stadt Aden sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben mindestens 16 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Eine Sicherheitsquelle sagte, dass einige Schwerverletzte zur Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden. Der Vorfall ereignete sich kurz nach der Landung eines aus Saudi-Arabien kommenden Flugzeuges mit der neuen Regierung des Jemens.

Der Regierungschef und seine Mitglieder sind nach Angaben von Informationsminister Muammar al-Eryani aber wohlauf. „Wir versichern unseren Leuten, dass alle Kabinettsmitglieder sicher sind“, schrieb er via Twitter. Es handle sich um einen „feigen Terroranschlag der vom Iran unterstützten Houthi-Miliz“.

Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Martin Griffiths, schrieb auf Twitter: „Ich verurteile den Angriff auf den Flughafen von Aden bei der Ankunft des Kabinetts und die Tötung und Verletzung vieler unschuldiger Zivilisten.“ Sein Beileid gelte allen Hinterbliebenen der Opfer. Griffiths wünschte dem Kabinett Kraft, sich „den schwierigen Aufgaben zu stellen“. „Diese inakzeptable Gewalttat ist eine tragische Erinnerung daran, wie wichtig es ist, den Jemen dringend auf den Weg des Frieden zurückzubringen.“

Durch die Explosion, die Augenzeugen zufolge von mehreren Schüssen begleitet wurde, gingen Fenster zu Bruch; mehrere Menschen wurden verletzt, wie in sozialen Netzwerken zu sehen war. Die Hintergründe und das genaue Ausmaß des Vorfalls blieben zunächst unklar.

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Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hatte die 24 Minister der neu gebildeten Regierung am Samstag in einer Zeremonie in Saudi-Arabien vereidigt. Die neue Regierung wurde erst vor kurzem unter Vermittlung von Saudi-Arabien nach einem Jahr Verhandlungen gebildet. Sie vereint die international anerkannte Regierung und Separatisten des Südlichen Übergangsrats (STC). Beide werden von der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Kampf gegen die Houthi-Rebellen unterstützt.

Zwischen der Regierung und der STC gab es jedoch ebenfalls einen Machtkampf, weshalb es in Aden immer wieder zu Kämpfen kam. Dort hat die Übergangsregierung von Präsident Mansur Hadi ihren Sitz, seit sie von den Iran-nahen Houthis 2014 aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben wurde.

Das Land auf der Arabischen Halbinsel ist einer der ärmsten Staaten der Welt. Der Bürgerkrieg, in dem ein Bündnis unter Führung Saudi-Arabiens seit 2015 gegen die Houthis kämpft, hat das Leid der Menschen noch deutlich vergrößert. 24 Millionen Menschen - rund 80 Prozent der Bevölkerung - sind heute auf irgendeine Form von humanitärer Hilfe angewiesen.


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