UNO: Beobachtermission soll Weg zum Frieden in Libyen ebnen

Mit einer ersten gemeinsamen Beobachtungsmission der libyschen Konfliktparteien wollen die Vereinten Nationen den Weg zum lang ersehnten Frieden in dem Bürgerkriegsland ebnen. Generalsekretär Antonio Guterres zufolge einigten sich die Militärvertreter der beiden verfeindeten Seiten darauf, die im Oktober vereinbarte Waffenruhe zusammen mit Hilfe der UNO zu überwachen. Das geht aus einem internen Brief von Guterres an den UNO-Sicherheitsrat hervor, der der dpa vorliegt.

Die Vorbereitungen sollten demnach „so schnell wie die Situation es zulässt“ beginnen. Die Mission, bei der erstmals beide Seiten über die Einhaltung der Ordnung in Libyen wachen könnten, soll zunächst in einem mehrere Hunderte Kilometer umfassenden Dreieck um die Küstenstadt Sirte starten und danach so weit möglich ausgedehnt werden. Die Militärvertreter hätten betont, dass der Mechanismus vollständig von Libyern geführt werden müsse - erbaten demnach aber Unterstützung durch unbewaffnete und in zivil gekleidete internationale Beobachter.

„Ich ermutige die Mitgliedstaaten und regionalen Organisationen, die Inbetriebnahme des Waffenstillstandsmechanismus zu unterstützen, unter anderem durch die Bereitstellung einzelner Beobachter unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen“, sagte Guterres.

In Libyen ringen die Regierung von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj mit Sitz in Tripolis und eine Gegenregierung im Osten des Landes, die General Khalifa Haftar unterstützt, um die Macht. Haftar hat nach einer gescheiterten Offensive auf Tripolis aber an Einfluss verloren. Die beiden Seiten werden von zahlreichen ausländischen Staaten unterstützt, die teilweise auch Waffen und Kämpfer in das Land schickten. Nach einem hochrangig besetzten Gipfel in Berlin im Jänner und militärischen Entwicklungen in Libyen selbst war Bewegung in die Verhandlungen gekommen.


Kommentieren


Schlagworte