ÖSV-Springer wollen auf Heimschanzen Schritt nach vorne tun

Das Zwischenfazit von Mario Stecher zur Halbzeit der Vierschanzentournee fällt nicht gerade begeistert aus. „Es ist nicht das, was wir uns trotz der schwierigen Wochen erwartet hätten“, meinte der Sportlicher Leiter der österreichischen Skispringer angesichts zwei sechster Ränge in Oberstdorf und Garmisch. Stecher ist aber zuversichtlich, dass man in den Heimbewerben in Innsbruck und Bischofshofen besser auftreten wird können.

Denn Philipp Aschenwald, Daniel Huber und der erneut in Garmisch schwer geschlagene Stefan Kraft seien jedenfalls für Spitzenplätze gut. Derzeit fehle es aber im Gegensatz zur Konkurrenz um Spitzenreiter Halvor Egner Granerud, Karl Geiger und den starken Polen an der nötigen Konstanz und Unbekümmertheit. „Es gibt drei, vier Leute, die springen in sehr guter Form, dahingehend müssen wir den nächsten Step machen, momentan sind wir aber noch nicht so weit. Es fehlt der Mannschaft an Beständigkeit, an dem müssen wir arbeiten und nach der Reihe gute Sprünge zusammenbringen.“

Ein Grund für die ausgebliebenen Podestplätze sei der Trainingsrückstand aufgrund von Corona-Infektionen samt Quarantäne im Vorfeld der Tournee. „Wir sind noch nicht ganz in Bestform, aufgrund der Tatsache, dass wir zwei Wochen nicht trainieren konnten. Das macht sich schon bemerkbar“, erläuterte Stecher. Die hohe Erwartungshaltung in den folgenden Wettkämpfen sieht der frühere Kombinierer nicht als zusätzliches Problem. „Wir haben schon oft bewiesen, dass wir bei Heimbewerben ganz vorne landen, wir können auch mit dem Druck umgehen.“

Bis auf den in Oberstdorf (8.) und Garmisch (6.) guten Aschenwald, dessen starke Leistungen er keineswegs schmälern wolle, fehle es momentan an Konstanz. „Oft ist es wirklich nur die nötige Lockerheit und das Selbstvertrauen, dass man es laufen lässt, da sind wir momentan noch auf der Suche.“ Man müsse sich jetzt im Training und durch stabile Wettkampfsprünge in den viel zitierten Flow hineinarbeiten, forderte Stecher.

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Neben Aschenwald und dem „Vollblutwettkämpfer“ Kraft, der es in Garmisch vergeblich mit der Brechstange versucht hatte, sei auch Huber „absolut für ganz vorne gut“. Beim nun auch in der Tournee-Wertung sechstplatzierten Aschenwald merke man, dass die notwendige Substanz nach der Corona-Pause zurückkomme. Stecher ist außerdem überzeugt, dass Kraft den neuerlich in Garmisch erlittenen Dämpfer wegstecken wird. Das sei ihm auch 2019 gelungen, als er nach einem Neujahresdebakel am Bergisel Zweiter geworden war. „Er ist einer, der das kann, aber ein Fehler wirkt sich bei einem wie ihm besonders fatal aus.“

Abgesehen von den eigenen Baustellen müsse man aber auch respektieren und anerkennen, dass sich einige andere wie die Polen auf einem höheren Level bewegen, so Stecher. Es sei seinem Team im Laufe der Saison aber auch schon gelungen, ganz vorne mitzumischen, weshalb er für die Heimbewerbe durchaus zuversichtlich sei. Das sieht auch Chefcoach Andreas Widhölzl so. „Wir lassen uns von dem nicht aus der Ruhe bringen. Es gibt gute Tage und schwierige Tage, die muss man auch meistern und aus diesen Fehlern lernen und weitermarschieren“, lautet die Devise des ÖSV-Trainers.

Aschenwald will jedenfalls alles daran setzten, den zweimal nicht besonders großen Rückstand auf die Podestränge wettzumachen. „Es hat zwei Wochen lang nicht so ausgeschaut, aber jetzt komme ich wieder dahin, wo ich mich wohlfühle. Jetzt kann ich im Wettkampf abschalten und es fängt zu laufen an“, erklärte der Tiroler. Nach zwei coolen Wettkämpfen in Bayern freue er sich besonders auf Österreich, um es dort hoffentlich auf das Podest zu schaffen. „Ich bin zuversichtlich, dass ich das im Wettkampf noch verbessern kann.“


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