Drei Ehemänner sprechen bei der WSG Tirol aus Erfahrung

Bei den drei Wattener Urgesteinen Benni Pranter (31), Florian Buchacher (33) und Florian Toplitsch (29) haben sich die Einsatzzeiten vor allem im Herbstdurchgang sukzessive reduziert.

Edelroutinier Benni Pranter (r.) will auch im Trainingslager in Malta beweisen, dass die Luft nicht heraußen ist.
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Von Alex Gruber

Wattens – Die Bild-Zeitung würde bei dieser Geschichte wohl „Drei Ehemänner am (sportlichen) Abstellgleis“ titeln. In Tirol ticken die Uhren aber auch bei der WSG anders.

Es ist aber richtig, dass die drei Wattener Urgesteine Benni Pranter (31), Florian Buchacher (33) und Florian Toplitsch (29) allesamt im Corona-Jahr 2020 bei der Hochzeit unter die so genannte Haube kamen. Und es ist ebenso richtig, dass sich die Einsatzzeit vor allem im Herbstdurchgang sukzessive reduziert hat.

Florian Toplitsch.
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Kreativperle Benni Pranter (285 Einsatzminuten) begann die neue Saison zwar noch in der Startelf, der Neo-Papa (Tochter Valerie ist jetzt sieben Monate alt) wurde aber rasch als neuer Edeljoker betrachtet. „Von meiner neuen Rolle habe ich aus der Zeitung erfahren“, hätte sich der verdiente Routinier ein persönliches Gespräch gewünscht. Vor dem morgigen Abflug ins Trainingslager in Malta schickt er aber im selben Atemzug hinterher: „Ich bin angriffslustig und will mich zurück in die Start-elf kämpfen. Und sollte es nicht so sein, will ich mir zumindest nichts vorwerfen lassen. Solange ich bei der WSG bin, gebe ich alles“, notiert Pranter, dessen aktueller Vertrag am Saisonende nach zehn Jahren auslaufen wird.

Dass der abgelaufene Herbst nach langen Jahren als Anführer in der Regionalliga wie zweiten Liga nicht einfach war, gibt er zu: „Natürlich fühlt man sich abseits, wenn man lange eine andere Rolle gespielt hat. Aber das ist vor mir schon anderen so gegangen und wird nach mir im Profifußball vielen anderen auch so gehen. Jammern bringt nichts. Ich will meinen Beitrag leisten.“ Das Zimmer der Edeltechniker teilt er sich übrigens mit Flo Rieder.

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Florian Buchacher.
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Dass der Positionskampf bei der WSG Tirol nicht auseinanderdividiert, beweist, dass sich Florian Buchacher (nur 14 Minuten im Herbst) mit seinem Erben David Schnegg ein Zimmer unter Linksverteidigern teilt: „Er holt sich Tipps. Ich freue mich und bin mittlerweile so weit, es meinem ,Konkurrenten‘ auch zu vergönnen“, blickt der „Buchi“ ohne Groll („Ich versuche auch in der Kabine immer positiv zu bleiben“) der Zukunft entgegen. Der ausgebildete Physiotherapeut muss sich nach dem Vertragsende im Sommer ebenso wenig große Sorgen machen wie Textil-Kaufmann Florian Toplitsch, der sich trotz keiner einzigen Einsatzminute im Herbst genauso aufs Trainingslager in Malta freut: „Natürlich hätte ich es mir anders gewünscht. Aber mir taugt’s, wie wir spielen. Die Stimmung ist gut.“ Und im Zimmer mit Fabian Koch rennt ganz sicher Topos Schmäh.


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