Zahl der Todesopfer bei Anschlag in Niger steigt auf 100

Bei Angriffen auf zwei Dörfer im Niger sind etwa 100 Menschen getötet worden. Bis zu 70 Menschen seien am Samstag im Dorf Tchombangou umgebracht worden und im Dorf Zaroumadareye seien 30 Leichen entdeckt worden, sagte der Bürgermeister der beiden Orte, Almou Hassane, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu den Taten. Laut Hassane fielen die Täter auf etwa 100 Mopeds in zwei Gruppen gleichzeitig in die Dörfer im Südwesten des Landes ein.

Die Ortschaften liegen etwa 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Niamey in der Region Tillabéri, nahe den Grenzen zu Burkina Faso und Mali. 75 Menschen seien zudem verletzt worden, sagte Hassane. Einige wurden demnach in nahegelegene Krankenhäuser transportiert.

Der Niger gilt als politisch chronisch instabil, seitdem er vor 60 Jahren von Frankreich unabhängig wurde. Die Region Tillabéri ist besonders von jihadistischen Angriffen betroffen. Im Südwesten des westafrikanischen Landes agieren Jihadisten aus der Sahel-Zone, im Südosten die radikalislamische Gruppierung Boko Haram. Rund 460.000 Menschen sind bereits geflohen.

Im vergangenen Jahr wurden in den Sahel-Staaten Burkina Faso, Mali und Niger laut einer Statistik der UNO rund 4.000 Menschen bei jihadistischen Gewalttaten und aufgrund von ethnischen Konflikten getötet.


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