Haus der Geschichte widmet sich Filmen der Nachkriegszeit

In der neuen Web-Ausstellung „Österreich als filmischer Sehnsuchtsort“ widmet sich das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) dem Einfluss des Kinos auf das neue österreichische Nationalbewusstsein nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit neuen Filmen seien dem Publikum „auf unterhaltsame Weise die Eigenarten und Vorzüge des ‚Österreichischen‘“ vermittelt worden, heißt es in der Ankündigung der Online-Schau.

„Die unmittelbare Vergangenheit berührte das Kino kaum. Stattdessen bot es dem Publikum Ablenkung durch lustige Verwechslungskomödien, schwungvolle Melodien und Bilderbuchlandschaften.“ So habe der historische Kostümfilm Krieg und Nationalsozialismus übersprungen und Österreichs glorreiche Vergangenheit in der Habsburgermonarchie wiederaufleben lassen.

Anhand von Filmausschnitten berühmt gewordener Werke greift das hdgö vier Aspekte auf, die der Einordnung der heimischen Nachkriegsfilme dienen. „Starke Frauen im Nachkriegskino“ zeigt etwa selbstbewusste Frauen, die sich weder von Männern noch von Geldnot abhalten ließen, ihre Ziele zu erreichen. Dazu zählen etwa „Die Fiakermilli“ aus dem Jahr 1953 oder „Rendezvous im Salzkammergut“ von 1948. Zu den weiteren thematischen Gruppen zählen „Tanzen statt schieß“ (u.a. mit Franz Antels „Kaiserwalzer“), „Österreich - Immer Opfer?“ (u.a. mit „Der Engel mit der Posaune“) und „Schuldig oder nicht schuldig?“ mit „Die Frau am Weg“.

„Jedes Jahr begleiten uns Kostümfilme durch das weihnachtliche Fernsehprogramm. Sie sind leichte Unterhaltung, hatten zu ihrer Entstehungszeit aber auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Diesen Zusammenhang zeigen wir in einer neuen Web-Ausstellung auf“, so Monika Sommer, Direktorin des hdgö. „Das Kino der Nachkriegszeit erreichte hunderttausende Menschen und beeinflusste damit die österreichische Identität weit wirkungsvoller als jedes Regierungsprogramm.“

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