Viele „No Shows“ in Studieneingangsphase

Rund ein Viertel der Studienanfänger ist in der sogenannten Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP) an den Universitäten im ersten Semester nie zu einer Prüfung angetreten. Das geht aus einer StEOP-Evaluierung des Instituts für Höhere Studien (IHS) hervor. Die meisten sogenannten „No-Shows“ gab es an den Unis Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg mit Werten von bis zu knapp 40 Prozent. Nur rund die Hälfte der Anfänger absolviert die STEOP plangemäß nach einem Semester.

Die STEOP wurde 2011/12 an jenen elf Unis eingeführt, an denen es keine generellen Zugangsbeschränkungen gibt. Der ein Semester dauernde Studienabschnitt soll einen Überblick über Inhalt und Ausrichtung des jeweiligen Studiums liefern. Nur wer alle Prüfungen der STEOP besteht, darf auch weiterstudieren, wobei an manchen Unis auch Lehrveranstaltungen und Prüfungen aus späteren Studienphasen vorgezogen werden können. Gestaltet ist die StEOP an jeder Uni unterschiedlich: Der Umfang der dafür nötigen ECTS bewegte sich zwischen mindestens acht und höchstens 20 ECTS-Punkten. Teils haben die Studenten dabei Wahlmöglichkeiten aus einem vorgegebenen Pool.

Über die Motive der No-Shows ist laut der Evaluierung wenig bekannt. „Im positiven Fall kann davon ausgegangen werden, dass die StEOP bereits zu einer frühzeitigen Entscheidung für ein anderes Studium oder eine andere Tätigkeit beigetragen hat. Der hohe Prozentsatz an No-Shows kann aber auch Indiz für die fehlende oder wenig wirkungsvolle Information und Beratung vor Studienwahlentscheidung, geringe Verbindlichkeit von StudienanfängerInnen mit unklaren Erwartungshaltungen u.a. sein.“

Insgesamt wird in den vom IHS untersuchten Studienrichtungen rund die Hälfte der begonnenen StEOPs bereits plangemäß im ersten Semester abgeschlossen. Bis zum zweiten Semester sind es dann 72 Prozent und im vierten Semester 86 Prozent.

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Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Erfolgsraten zeigten sich bei vielen Universitäten kaum - Ausnahmen sind die Montanuniversität Leoben sowie (in den beiden ersten Semestern) auch die Technische Universität (TU) Wien, wo Frauen schlechtere StEOP-Erfolge aufweisen als Männer.

In der Evaluierung sieht das IHS die Vorziehregelungen zweischneidig. Fehlen sie, kann das zu Studienverzögerungen führen. Umgekehrt können „großzügige Vorziehregelungen die Implementierung der ursprünglichen Idee einer kurzen Eingangsphase zur raschen Entscheidungsfindung am Beginn des Studiums erschweren“.

Generell empfehlen die Studienautoren die aktive Gestaltung einer StEOP, die den übergeordneten Zielen des gesetzlichen Rahmens („Überblick über die wesentlichen Inhalte des jeweiligen Studiums und dessen weiteren Verlauf“ und „sachliche Entscheidungsgrundlage für die persönliche Beurteilung ihrer oder seiner Studienwahl“) entspricht. Dazu wäre „insbesondere ein akzentuierter fachlicher Diskurs über die ‚Studierbarkeit‘ von Curricula zu führen, wobei auch unterschiedliche Zielgruppen (berufstätige Studierende, Studierende mit Betreuungspflichten, soziale Dimension der Hochschulbildung) und eine höhere Verbindlichkeit im Studium Teil des Diskurses sein sollten“.


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