Erneut zahlreiche Migranten vor Zypern aufgegriffen

Der Zustrom von Migranten aus dem Nahen Osten nach Zypern - und damit in die EU - dauert an. Die zypriotischen Sicherheitsbehörden griffen in der Nacht auf Montag ein Boot mit 55 Migranten vor der Mittelmeerinsel auf. Wie der staatliche Rundfunk (RIK) weiter berichtete, entdeckte die Besatzung eines Patrouillenbootes der Polizei das Boot mit den Migranten vor der Küste im Südosten der Insel. Die Migranten seien alle wohlauf und bis zum Hafen von Agia Napa begleitet worden.

Woher die Migranten stammen, blieb zunächst unklar. Die Behörden vermuteten, dass sie aus Syrien oder dem Libanon gestartet sind, berichtete das Staatsfernsehen weiter. Nach einem Coronatest, der negativ sein muss, sollen die Menschen in ein Aufnahmelager gebracht werden.

Fast täglich kommen in Booten aus der Türkei und dem Nahen Osten Migranten auf Zypern an. Der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades hat sich wiederholt besorgt über die Lage auf der Mittelmeerinsel geäußert und Hilfe bei der EU beantragt. Mehr als 3,5 Prozent der Bevölkerung seien Flüchtlinge, sagt er. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Migranten, die nach Zypern kamen, dramatisch gestiegen. 2019 wurden nach Polizeiangaben knapp 10.000 Migranten auf der Touristeninsel aufgegriffen. 2016 waren es 2.936, 2017 schon 4.582 und 2018 stieg die Zahl auf 7.761. Angaben für 2020 liegen noch nicht vor.

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