Debatte um temporäres Fahrverbot: Tankverkehr in Kufstein darf weiter rollen

Die BH Kufstein winkt bei einem temporärem Fahrverbot zur Lkw-Tankstelle in Kufstein-Süd ab. Laut Erhebung gibt es zu wenig Verkehr.

Der Lkw-Verkehr zur Tankstelle in Kufstein-Süd ist dem Stadtrat ein Dorn im Auge. Man beantragte ein zeitweises Fahrverbot.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Kufstein – Es ist ruhig geworden um einen Antrag des Kufsteiner Stadtrates für eine zeitlich beschränkte Sperre der Zufahrt zu der Lkw-Tankstelle bei Kufstein-Süd. Für Erwin Zanier, ehemaliger Gesundheitsreferent der Stadt und Mediziner, viel zu ruhig. „Wir in Kufstein und vor allem die Patienten sowie die über 1200 Angestellten im Bezirkskrankenhaus Kufstein fürchten sich vor der Schadstoffbelastung rund um das Bezirkskrankenhaus Kufstein“, schreibt Zanier in einer E-Mail an die TT.

„Hier quälen sich täglich von der Autobahnabfahrt Richtung Eiberg Hunderte, an manchen Tagen sogar über 1000 Lkw zu den Billigtankstellen, um ihre leeren Dieseltanks aufzufüllen und so 300 bis 400 Euro zu sparen“, fährt er weiter fort. Somit sei dieses Gebiet um ein Krankenhaus „zu einem der am stärksten mit Schadstoffen belasteten Gebiete in Tirol geworden“, zeigt der Mediziner auf. Auf diese Problematik habe er schon vor einem Jahrzehnt als parteifreier Gemeinderat und Gesundheitsreferent der Stadt Kufstein hingewiesen.

„Diese Landesstraße ausschließlich für den Lkw-Quellverkehr offen zu lassen, würde das Ende der Billig-diesel-Tankerei bedeuten und zumindest eine stark gesundheitsgefährdete Region Tirols wesentlich entlasten. Es bleiben ja immer noch zumindest nach Ende der Pandemie die Abertausenden jedes Wochenende in die Skigebiete fahrenden Pkw“, schließt er.

Genau in diese Richtung ging ein Antrag des Stadtrates im vergangenen Sommer. Gedacht wurde an ein zeitliches Fahrverbot am frühen Vormittag. Die Prüfung des Antrags durch die Bezirkshauptmannschaft Kufstein bringt jetzt einen argen Dämpfer. So seien entsprechende Erhebungen der Verkehrssituation durch die Polizei veranlasst worden. „Diese ergaben zusammengefasst, dass Verkehrsprobleme nicht in solcher Intensität festgestellt werden konnten, welche die Erlassung einer Fahrverbotsverordnung rechtfertigen würden. Es liegt auch ein in dieselbe Richtung gehendes Verkehrsgutachten vor. Somit sind hier einstweilen keine weiteren Veranlassungen geplant“, heißt es aus der BH. Ob damit die Stadt zufrieden ist, bleibt abzuwarten, für BM Martin Krumschnabel war auf alle Fälle Corona-bedingt der falsche Zeitpunkt für die Erhebung.


Kommentieren


Schlagworte