Salzburg startet mit schwebender Doping-Causa ins Frühjahr

Knapp drei Wochen vor dem Frühjahresstart in der Bundesliga-Saison in Altach hat Tabellenführer und Serienmeister Red Bull Salzburg im Trainingszentrum Taxham den Startschuss in die Vorbereitung getätigt. Aufgrund der Corona-Pandemie war eine Reise in wärmere Gefilde dieses Jahr nicht umsetzbar, was aufgrund der guten Trainingsbedingungen vor Ort aber nicht ins Gewicht fallen sollte. Die diesmal kurze Winterpause sieht Marsch nicht als Nachteil.

„Die Pause war nicht so lange, also sind die Jungs noch fit und bereit, um die nächsten Wochen im Training Druck zu machen“, sagte der Amerikaner bei einem Medientermin. Gleich im ersten Training soll das Defensivverhalten angesprochen werden. 15 Gegentore im Bundesliga-Herbst waren zu viel, Sturm Graz hat etwa nur fünf erhalten, der LASK zehn. Man könne laut Marsch aber ganz generell besser spielen, auch wenn die Ausgangspositionen in allen Bewerben gut seien.

Ein wenig getrübt wurde der Start ins neue Jahr durch einen Corona-Fall im Kader. Der betroffene Spieler habe bei den Testungen am Montag einen positiven Befund abgegeben. Er sei derzeit ohne Symptome und befinde sich bereits in Quarantäne, wie Salzburg am Dienstagnachmittag mitteilte. Das Team trat gemäß Präventionskonzept - und wie ohnehin für den Trainingsauftakt vorgegeben - eine fünftägige Mannschaftsquarantäne an.

Der Kader wird in der Vorbereitung um gleich sieben Youngsters des FC Liefering ergänzt. „Wir haben in Lieferung eine super Mannschaft. Sie können zeigen, dass sie für die nächsten Herausforderungen bereit sind“, erklärte Marsch. Die knappe Tabellensituation in der Bundesliga – vier Vereine liegen innerhalb von zwei Punkten – sieht der Coach vorerst nicht als Hindernis, junge Spieler einzubauen. „Es ist egal. Unsere Art ist, mit jungen Spielern zu spielen und zu arbeiten. Ich weiß, es ist immer die Anforderung, Liga und Cup zu gewinnen, aber wir müssen auch bei unserer Philosophie bleiben.“

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Großes Thema vor dem ersten Training 2021 waren natürlich die positiven Dopingproben von Mohamed Camara und Sekou Koita nach ihrer Rückkehr vom malischen Nationalteam. Das Duo soll ein Mittel gegen Höhenkrankheit erhalten haben. Der Mannschaftsarzt des malischen Verbandes wurde mittlerweile suspendiert. Laut Sportdirektor Christoph Freund liegt der Fall weiter bei der UEFA. Von Europas Kontinentalverband gibt es noch keine Informationen über mögliche Sperren. In Salzburg hofft man, in den nächsten zwei Wochen auch mit Blick auf die Spiele im Europa-League-Sechzehntelfinale gegen Villarreal im Februar (18./25.2.) mehr zu erfahren.

Direkte Auswirkungen auf etwaige Transfertätigkeiten hätte eine Sperre laut Freund nicht. „Wenn sich die Situation ergibt, einen Spieler zu holen und er passt in die Struktur rein, würde ich aber nicht ausschließen, dass wir tätig werden“, sagte er. Grundsätzlich sei man aber zufrieden, wie der Kader aufgestellt ist. Rund um einen immer wieder kolportierten Wechsel von Marco Grüll von Ried nach Salzburg gab es laut Freund zuletzt keine Gespräche.

Mit dem US-Amerikaner Brenden Aaronson gibt es einen Neuzugang, der am Dienstag erstmals mit der Mannschaft trainiert hat. Der 20-jährige Mittelfeldspieler stieß wie schon im Sommer vereinbart vom MLS-Club Philadelphia Union zu den Mozartstädtern. Der nach einem Schienbeinbruch langzeitverletzte Antoine Bernede ist laut Marsch voll fit und wird quasi als Neuzugang gesehen.

Ziemlich sicher verlassen wird hingegen Majeed Ashimeru den Verein. In den nächsten Tagen sollte es zu einem Verhandlungsabschluss kommen. Der Ghanaer wird mit dem RSC Anderlecht in Verbindung gebracht.


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