Deutscher Straßer vor ÖSV-Trio in Zagreb - Feller in Rot

Manuel Feller und Marco Schwarz haben den Ski-Weltcup-Slalom in Zagreb auf den Plätzen zwei und drei beendet. Schneller war am Mittwoch nur der Deutsche Linus Straßer, der als Halbzeit-Achter seinen ersten Sieg in einem Spezial-Slalom feierte und damit einen Dreifach-Erfolg des ÖSV verhinderte. Denn Michael Matt katapultierte sich vom 26. Platz mit Laufbestzeit im Finale auf den vierten Rang. Mit dem Achten Fabio Gstrein landeten vier Österreicher in den Top Ten.

Feller übernahm auch die Führung im Slalom-Weltcup. „Ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen. So wie die Saison angefangen hat, hätte ich mir nicht gedacht, dass ich ein paar Wochen später mit einem Roten Trikot dastehe“, kommentierte der Tiroler die erfreuliche Nachricht. „Der erste war schon nicht einfach, und der zweite war sicher einer der schwierigsten Durchgänge, die ich je gefahren bin“, betonte er. „Alles war so langsam, man hat keinen Flow aufgebaut. Ich habe die ganze Zeit den Sprecher gehört und hab mir nur gedacht, konzentrier‘ dich einmal. Schlussendlich war es ein Fight von oben bis unten.“

Im ersten Durchgang war der 28-Jährige mit Startnummer 14 auf Platz drei gefahren, hatte sich damit unmittelbar vor seinen Teamkollegen Schwarz gesetzt. Der blieb auch am Ende hinter ihm, mit sechs Hundertstelsekunden Rückstand äußert knapp. Auf den Münchner Straßer, als Kind Mitglied des berühmten Kitzbüheler Ski-Clubs (KSC), fehlten Feller 0,10 Sekunden.

„Der zweite Durchgang war schon richtig schwierig. Es war unruhig, es war salzig, nicht unbedingt meine Lieblingsverhältnisse. Aber der dritte Platz ist richtig, richtig cool“, sagte Schwarz. Wie für Feller war es auch für den Kärntner der zweite Podestplatz in dieser WM-Saison - die beiden spiegelten quasi ihre Ergebnisse vom Slalom in Alta Badia vor Weihnachten. Damals hieß der Sieger noch Ramon Zenhäusern, der Schweizer war in Zagreb Neunter.

„Ein sehr guter Lauf. Das ist auch das, was ich draufhabe“, meinte Matt nach seinem großen Sprung nach vorne. „Natürlich hat die Piste mitgespielt, indem sie nachgelassen hat, aber das war die letzten Rennen auch schon so. Das muss man erst einmal nutzen.“ Für den Tiroler war es das mit Abstand beste Saisonergebnis, was auch für seinen Landsmann Gstrein galt. „Das ist echt super für das dritte Rennen heuer. Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Ötztaler.

Der strahlende Straßer wurde von seinen Gefühlen gebeutelt. „Es ist hier gespenstisch ruhig und leer, was das Ganze ein bisschen komisch macht. Aber die Emotionen sind trotzdem so, wie wenn Zuschauer da wären. Ich freue mich unglaublich“, sagte der 28-Jährige. Er habe schon während seiner Fahrt gemerkt, „dass der Ski immer läuft, dass ich nirgendwo große Hakler drin habe“. Dass es zum Sieg reichte, „ist natürlich noch einmal eine andere Geschichte“.

Der Sportler vom TSV 1860 München realisierte den ersten Slalom-Sieg für die deutschen Herren seit dem Erfolg von Felix Neureuther im November 2017 im finnischen Levi und den ersten für das gesamte Alpin-Team des Deutschen Skiverbands (DSV) in diesem Winter. Am 31. Jänner 2017 hatte Straßer bereits den City Event in Stockholm gewonnen.

Fünf Österreicher waren im Finale dabei, Marc Digruber kam als 22. erstmals in dieser Saison in die Punkteränge. Adrian Pertl und Christian Hirschbühl schieden im ersten Durchgang aus, Johannes Strolz verpasste als 31. um zwei Hundertstel die Qualifikation für die Entscheidung.

Nach Niederschlägen in der Nacht war die Piste am Vormittag einigermaßen mitgenommen und wurde mit Wasser und Salz präpariert. Zwischenzeitlich war sogar der Start um 12.15 Uhr fraglich. Im Rennen hielt die Unterlage den Belastungen aber zumindest im ersten Durchgang besser stand als erwartet.

Für die Techniker geht es bereits am Freitag und Samstag mit zwei Riesentorläufen in Adelboden weiter, wo am Sonntag noch ein Slalom draufgepackt wird. Feller führt in der Disziplinwertung 44 Punkte vor Madonna-Sieger Henrik Kristoffersen, der Norweger wurde diesmal nur Zehnter. Im Gesamt-Weltcup übernahm mit einem 18. Slalom-Platz wieder der Franzose Alexis Pinturault die Spitze. Er führt zehn Punkte vor dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde, bester Österreicher ist Matthias Mayer als Achter.


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