Tirols Kinobetreiber sind für 2021 optimistisch

Die Branche hat 2020 rund 70 Prozent Umsatz eingebüßt. WK-Spartenobmann ist für 2021 trotzdem guter Dinge.

Alexander Wurzenrainer (WK-Fachgruppenobmann) und Fabian Kathrein (WK-Fachgruppengeschäftsführer) sind optimistisch (v. l.).
© WK-Tirol

Innsbruck – Starteten Tirols Kinos Anfang 2020 mit Filmen wie „Onward: Keine halben Sachen“ oder „Die fantastische Reise des Dr. Dolittle“ noch optimistisch ins neue Jahr, wurde es mit dem Lockdown im März zappenduster. Nur 380.871 Besucher verzeichneten Tirols Lichtspieltheater am Ende des Jahres, gut zwei Drittel weniger als 2019. Und auch der Umsatz brach mit 3,3 Mio. Euro um fast 70 Prozent ein. „Zwar sind die Betriebe bemüht gewesen, Präventionskonzepte auszuarbeiten und durch attraktive Kartenaktionen ein tolles Angebot zu ermöglichen, doch Normalität stellte sich keine ein“, resümiert Alexander Wurzenrainer, Sprecher der Tiroler Kinos. Ein Grund dafür sei gewesen, dass viele Filmstarts verschoben wurden. Und die ganz großen Filme aus Hollywood seien ganz ausgeblieben.

Grundsätzlich geht Wurzenrainer davon aus, dass alle Tiroler Kinos die Krise überstehen werden und mit Ende des aktuellen Lockdowns auch aufsperren. „Die Tiroler Kinos sind gut aufgestellt und mit den Hilfen ist es möglich zu überleben“, so Wurzenrainer gegenüber der TT. Allerdings brauche es eine gewisse Vorlaufzeit, eine Öffnung von heute auf morgen sei allein schon wegen der noch zurückgehaltenen Filme nicht vorstellbar. Auch die noch fehlende Verordnung zum Ablauf des „Frei- bzw. Zutritttestens“ stellt die Kinos vor eine Herausforderung, welche zuvor bewältigt werden muss, so der Spartenobmann. Er sei aber grundsätzlich optimistisch. Es stünden für heuer viele große Filme in der Warteschleife und er habe auch keine Angst, dass die Streamingdienste das Kino „umbringen“ würden. „Das „Erlebnis Kino“ ist nicht zu ersetzen, so Wurzenrainer.

Das glaubt auch Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt in Berlin. „Die Leute haben das Sofa satt“, so Dinges. Er glaubt, dass es nach der Pandemie sogar einen „regelrechten Kinoboom“ geben wird. Nicht zuletzt empfehle sich der Blick auf die Kinozahlen des Vorpandemiejahres 2019, als mit weltweit 42,2 Mrd. US-Dollar ein Box-Office-Rekord aufgestellt wurde: „Warum soll sich das durch die Pandemie geändert haben?“, meint Dinges. (hu, TT)


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