Erste Schritte bei Mobilitätskonzept in Westendorf

In Westendorf werden erste Vorhaben umgesetzt, die Begegnungszone im Ort ist allerdings nicht dabei.

Nichts wird es zumindest in näherer Zukunft mit einer Begegnungszone im Ortskern von Westendorf.
© Angerer

Von Harald Angerer

Westendorf – Mobilitätskonzepte gibt es viele in Tirol, doch nur allzu oft verschwinden sie nach der Ausarbeitung in der Schublade. In Wes­tendorf sollen nun allerdings erste Vorschläge aus dem Konzept umgesetzt werden. Konkret wurden von Christine Schermer (WIR), Obfrau des Ausschusses für Umwelt und Verkehr, vier Vorhaben bei der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentiert.

Es geht um die Begegnungszone im Ortszentrum, die Raderschließung des Bahnhofs aus Richtung Dorf und Bichling, die Radverbindung in die Windau und die Verkehrssicherheit im Ortsteil Bichling. Zwei der Vorhaben wurden vom Gemeinderat für das heurige Jahr in Auftrag gegeben. Dabei handelt es sich um die Radweg­erschließung des Bahnhofes von Süden. Zum einen soll die Anbindung aus Richtung Dorf verbessert werden, zum anderen soll der Bahnhof für Radfahrer aus Bichling von Osten her erschlossen werden. Beides Vorhaben, die recht einfach umzusetzen seien. Die Kosten dafür werden ohne Grundstücksablöse auf 76.000 Euro geschätzt. Die betroffenen Grundstücke gehören den ÖBB. Diese zeigten sich laut Schermer gesprächsbereit. Nun soll ein konkretes Projekt ausgearbeitet werden.

Noch einfacher geht es in Bichling. Hier gibt es ein Problem mit zu hoher Geschwindigkeit auf der Bichlinger Straße. Möglich wäre eine bauliche Einbuchtung, um das Tempo zu bremsen. Dies soll vorerst mit einer mobilen Lösung erreicht werden, um dann zu evaluieren, wie es funktioniert.

In Sachen Radweg in die Windau soll es vorerst Gespräche mit den Grundstückseigentümern geben, welche Lösungen möglich sind. Schermer hat eine Variante mit Verbreiterungen vorgeschlagen, dies sei am einfachsten umzusetzen. Die Windau ist in den vergangenen Jahren zu einem Magnet für Radfahrer geworden, deshalb kommt es auf der Straße in die Windau immer öfter zu gefährlichen Situationen.

Der größte Brocken des Mobilitätskonzeptes ist die Begegnungszone im Ortskern. Schermer legte eine Kostenschätzung von knapp 1,3 Millionen Euro vor. Sie betonte auch, dass eine Förderung von bis zu 55 Prozent möglich wäre. Auch müsste das Projekt nicht im Gesamten umgesetzt werden.

Doch für eine Begegnungszone zeichnet sich im Gemeinderat keine Mehrheit ab. „Die Begegnungszone wird sich momentan nicht spielen“, bringt es Leonhard Schroll (Aufwind) auf den Punkt. Die finanzielle Situation sei wegen Corona und des Neubaus des Kindergartens zu angespannt. Schermer hatte gehofft, zumindest einen Zeithorizont für das Projekt zu bekommen. Vergebens.


Kommentieren


Schlagworte