Pflegeoffensive für Schutzwald im Bezirk Landeck unverzichtbar

Der Lebensraum im Bezirk Landeck hängt – viel stärker als vermutet – vom Schutzwald ab. Der neue Forstinspektor Michael Knabl zeigt Herausforderungen auf.

Michael Knabl, neuer Leiter der Bezirksforstinspektion Landeck, würde sich mehr Sensibilität für den Schutzwald wünschen.
© Wenzel

Landeck – „Die Sicherheit der Siedlungsräume und öffentlichen Infrastruktur hängt bei uns wesentlich vom Zustand des Schutzwaldes ab. Stärker als anderswo“, weiß Michael Knabl, neuer Leiter der Bezirksforstinspektion Landeck (BFI). „Der Wald prägt entscheidend die Landschaft und das Leben im Bezirk. Nicht nur die Nutzung ist wichtig, wir brauchen vor allem auch den Schutz des Waldes.“

Laien sind die vielfältigen Aufgaben eines Bezirksforstinspektors kaum bekannt. Knabl, der voriges Jahr seinen langgedienten Vorgänger Peter Hauser abgelöst hat, bringt seinen Job auf den Punkt: Sein Team ist gefordert, den Wald generell klimafit machen und für intakte Schutzwälder zu sorgen.

Etwas mehr als ein Drittel des 1595 km² großen Bezirkes ist Waldfläche. 80 Prozent davon (49.272 Hektar) fallen in die Zuständigkeit der BFI. Besitzer sind die Gemeindeguts­agrargemeinschaften, der Rest gehört der Bundesforste AG (12 %) und Privaten (8 %).

„Nach unseren jüngsten Erhebungen haben rund 72 Prozent des Waldes eine Objektschutzfunktion zu erfüllen“, zeigt der Forstexperte auf. Womit Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren oder Bodenerosion gemeint ist. Vor diesem Hintergrund ist auch ein Teil seiner Arbeit definiert: Das BFI-Team entwickelt laufend Projekte zur Waldverjüngung, Aufforstung, Jungwuchspflege oder Dickungspflege. Es dauert bis zu 20 Jahre, bis ein Jungwald zum intakten Schutzwald heranwächst. Anreiz für die Grundbesitzer sind Fördermittel, die über die Landesforstdirektion zur Verfügung gestellt werden. Wie in anderen Teilen Tirols stellen auch die Förster im Bezirk vielfach Jungwald-Schäden wegen erhöhter Wildbestände fest.

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Weniger heftig als anderswo hat der Borkenkäfer zugeschlagen: Rund drei Prozent der in den vergangenen fünf Jahren gefällten Bäume waren vom schädlichen Käfer befallen. „Wir haben relativ gesunde Wälder. Aber das kann sich schlagartig ändern“, zeigt der Experte auf. (hwe)


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