Auch Innsbrucker ÖVP erteilt Willis WG-Idee eine Abfuhr

Bürgermeister Georg Willis (Grüne) Ankündigung, große Stadtwohnungen Studierenden für Wohngemeinschaften anzubieten, kommt bei den Parteien im Gemeinderat nicht gut an.

Der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne).
© TT/De Moor

Innsbruck – Einen grünen Wahlkampfgag vermutet die ÖVP in der Ansage des Innsbrucker Bürgermeisters, städtische Groß-Wohnungen für Studenten-Wohngemeinschaften öffnen zu wollen. „Hier leistet anscheinend der Bürgermeister seinen grünen Studentenvertretern Schützenhilfe für ihren Wahlkampf im Frühjahr“, vermutet Gemeinderat Andreas Wanker, Wohnbausprecher der Innsbrucker ÖVP.

Es dürfe zu keiner Vermischung beim Wohnen von Familien und Studenten kommen, da dies Konflikte mit sich bringen würde, ist Wanker überzeugt. „Zudem ist diese WG-Vergaberegelung juristisch nicht geregelt. Die Wohnungen der Stadt als Studentenwohngemeinschaften zu nutzen, bedarf aus meiner fachlichen Sichtweise einer rechtlichen bzw. legistischen Änderung“, betont der ÖVP-Sprecher.

Auch beim Koalitionspartner Für Innsbruck sowieso bei der FPÖ stößt Willis Vorstoß auf taube Ohren. „Städtische Wohnungen werden auch künftig dringend von den zahlreichen Wohnungswerbern auf der Warteliste benötigt, unabhängig davon, ob Wohnungen neu errichtet oder neu vergeben werden“, sagen Christine Oppitz-Plörer und Lucas Krackl (beide FI). Innsbrucks Wohnungssuchende würden wohl nur wenig Verständnis haben, wenn das Angebot durch Umschichtungen reduziert werde. Der Bürgermeister solle stattdessen neuen Wohnraum für Studierende schaffen, heißt es bei Für Innsbruck.

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Einen „Scherz“ vermutet die FPÖ hinter der Ankündigung des Bürgermeisters, städtische Großwohnungen an Studierende zu vergeben. „Das ist nicht durchdacht und entspricht auch nicht den Vergaberichtlinien der Stadt“, betont FPÖ-Klubobfrau Andrea Dengg. Es handle sich wieder einmal um einen Alleingang des Bürgermeisters. „Wenn es angeblich keine Wohnungswerber für große Wohnungen gibt, sollte dringend daran gedacht werden, diese in kleinere Einheiten umzugestalten“, sagt Dengg.

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Einen politischen Alleingang ortet auch GR Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck). „Der städtische Wohnungsmarkt öffnet sich erst für Studenten, wenn der Gemeinderat neue Richtlinien für die Vergabe von städtischen Wohnungen beschließt, und nicht, weil es Bürgermeister Georg Willi so will“, sagt Depaoli. (TT, dd)


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