Ruß im Kamin, Feuer am Dach: Wie Kaminbrände verhindert werden können

Ablagerungen in Kaminen sind meist dafür verantwortlich, wenn dort gefährliche Brände mit Temperaturen bis 1000 Grad entstehen. Regelmäßige Wartung minimiert das Risiko.

In Inzing konnten die Feuerwehren den Kaminbrand erfolgreich löschen, verletzt wurde niemand.
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Von Nikolaus Paumgartten

Inzing, Innsbruck – Brennende Kamine haben in den vergangenen Wochen die Feuerwehren in Tirol öfters gefordert. Zuletzt etwa auch am späten Donnerstagnachmittag, als gegen 16.50 Uhr der Nachbar eines alten Bauernhauses in Inzing Feuer am Kamin des Gebäudes entdeckte und Alarm schlug. Die Freiwilligen Feuerwehren Inzing und Zirl rückten mit insgesamt sechs Fahrzeugen und 35 Mann aus, um die Flammen zu bekämpfen. Gegen 18.15 Uhr war der Brand gelöscht, verletzt wurde niemand. Der oberste Teil des Kamins stürzte schließlich bei der Beseitigung der Brandnester durch den Kaminkehrer ein.

Ruß lagert sich in vielen Formen ab

„Bei einem Kaminbrand brennt nicht das Verbindungsstück vom Ofen in den Kamin oder der Kamin selbst, sondern der im Rauchfang anhaftende Ruß“, weiß Rene Staudacher von der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung. Diese Ruß- oder Teerablagerungen im Rauchfangsystem entstehen laut dem Experten bei der unvollständigen Verbrennung fossiler Brennstoffe wie beispielsweise Holz oder Kohle. „Teer und Ruß sind unverbrannte Kohlenwasserstoffe, welche sich auf Grund einer zu niedrigen Verbrennungstemperatur oder Sauerstoffkonzentration nicht entzündet haben, und lagern sich dann an der Kaminwand als trockene, spröde Glanzrußschichten oder als Schmierruß ab“, erklärt Staudacher. Bei flüssigen und gasförmigen Brennstoffen entstehe hingegen so genannter Flockenruß, welcher sich ebenfalls im Schornstein absetzen könne. Beim Verfeuern von Holz entsteht im Vergleich mit anderen Brennstoffen vergleichsweise viel Ruß – dies gilt insbesondere für nicht vollständig getrocknetes Holz.

Eine weitere häufige Ursache für die Ablagerung von Ruß sind laut Rene Staudacher falsch dimensionierte Rauchfänge: „Ein zu kleiner Kaminquerschnitt verlangsamt den Abgasaustritt und begünstigt daher das Ablagern von Rußpartikeln. Ein zu großer Kamin erwärmt sich nicht schnell genug, so dass die Abgase an den Schornsteinwänden kondensieren und sich im Abgas enthaltene Feuchtigkeit und Rußpartikel ablagern.“ Umso wichtiger sei es daher, die regelmäßig gesetzlich vorgesehenen Kehrtermine einzuhalten. Die Kehrfristen für Heizungsanlagen in Abhängigkeit von der Art der Feuerungsanlage werden in der Tiroler Feuerpolizeiordnung definiert. Um einen Kaminbrand zu vermeiden, werden eventuelle Ablagerungen vom Rauchfangkehrer mit Spezialwerkzeugen abgeschlagen. Unter Umständen wird auch ein kontrolliertes Abbrennen durchgeführt.

Prävention und richtiges Verhalten im Ernstfall

„Die Prävention eines möglichen Kaminbrandes beginnt aber bereits beim Betrieb der Feuerstätten“, betont Rene Staudacher. Hier sei es besonders wichtig, nur zugelassene Brennstoffe zu verwenden – feuchtes Holz, Kunststoffe oder Haushaltsabfälle dürften keinesfalls verbrannt werden. „Verwenden Sie zum Befeuern Ihres Holzofens immer nur trocken gelagertes und zulässiges Heizmaterial. Verbrennen des Heizmaterials mit zu wenig Sauerstoffzufuhr, sehr windiges Wetter und die Erhöhung der Zuggeschwindigkeit im Kamin können außerdem als mögliche Gefahren genannt werden.“

Auch wenn ein Kaminbrand äußerst gefährlich ist – dabei können Temperaturen von bis zu 1000 Grad entstehen –, kann das richtige Verhalten in den meisten Fällen größere Schäden und ein Ausbreiten des Brandes verhindern. „Keinesfalls sollte man versuchen, einen Kaminbrand mit Wasser zu löschen“, warnt der Experte. „Wasser würde schlagartig verdampfen, so dass der explosionsartig entstehende Dampf den Kamin im schlimmsten Fall zum Platzen bringen würde.“ Im Fall eines Kaminbrandes gelte es Ruhe zu bewahren und die Feuerwehr unter 122 zu alarmieren.


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