Viele Lifte in Tirol sperren ab Montag wieder zu

Viele Tiroler Skigebiete kapitulieren vor der fehlenden Frequenz. Das Angebot wird reduziert, manches öffnet nur noch am Wochenende.

Die Venet-Bergbahnen sperren das Skigebiet unter der Woche zu.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Innsbruck – Die Bedingungen zum Skifahren könnten derzeit nicht besser sein – trotzdem stehen ab morgen wieder zahlreiche Lifte in Tirol still. Mit 11. Jänner reduzieren viele Bergbahnen ihr Angebot oder gehen überhaupt nur noch am Wochenende in Betrieb.

Auch in der Skiregion Serfaus-Fiss-Ladis reagiert man auf das geringe Gästeaufkommen. Am Samstag fuhren dort zwölf Anlagen, 100 Pistenkilometer lockten, ab morgen werden es nur noch ca. 40 Kilometer sein, erklärt Geschäftsführer Benny Pregenzer. „Wir haben zu wenig Frequenz.“ Auch während der Weihnachtsferien kamen zu wenige Skifahrer. „Normalerweise haben wird 20.000 Leute, dieses Mal waren es nur 2500.“ Unter der Woche werden deshalb nur vier größere Bahnen fahren, dafür seien aber viele Familienattraktionen offen. „Uns ist wichtig, dass die Kinder am Nachmittag ein Angebot haben.“ Am Wochenende sei dann wieder mehr los.

Einige Skigebiete öffnen nur am Wochenende

Andere Skigebiete machen unter der Woche gänzlich zu. Wie zum Beispiel Fendels im Obergricht oder Rifflsee im Pitztal. Beide werden bis zum Ende des Lockdowns nur noch am Samstag und Sonntag aufsperren. „Fendels ist ein Familienskigebiet. Zu Weihnachten hatten wir einen guten Zulauf“, so Sprecher Daniel Frizzi. Doch jetzt sind die Ferien vorbei.

Auch die Ehrwalderalmbahn und die Venetbahn werden von Montag bis Donnerstag nicht mehr aufsperren. Im Außerfern begründet man das mit der Kurzarbeit. Zu wenig Frequenz nach Absage der Schulskikurse ist auch in Landeck zu verzeichnen. Bis Ende Jänner bleibt unter der Woche zu. „Danach müssen wir entscheiden“, so Venet-Vorstand Werner Millinger. Ein Problem sei die Aufenthaltsdauer der Gäste. „Weil die Gastro nicht offen hat und es sehr kalt war, sind die Leute schon nach zwei, drei Stunden wieder weg“, betont er. Der Übungshang in der Zammer Riefe, der im Dezember von Vereinen übernommen wurde, führt den Betrieb weiter wie bisher.

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Weil die Gastro nicht offen hat und es sehr kalt war, sind die Leute schon nach zwei, drei Stunden wieder weg.
Venet-Vorstand Werner Millinger

Viele Skigebiete reduzieren jetzt unter der Woche das Angebot, weiß Hansjörg Kogler von den Bergbahnen Westendorf. Man müsse sich an die Situation anpassen. Ob sich die Öffnung bisher finanziell ausgezahlt hat? „Um Gottes willen, davon sind wir weit entfernt“, winkt er ab. „Es geht darum, Einheimischen ein Angebot zu bieten.“ In Kitzbühel werden unter der Woche zwei Kernskigebiete weitergeführt. Über die Ferien seien Gäste aus anderen Bundesländern und mancher mit Zweitwohnsitz gekommen, nun bleiben die auch aus, so Geschäftsführer Anton Bodner. „Wir haben damit gerechnet, dass im Jänner mehr aus dem süddeutschen Raum kommt.“

Hörl verteidigt Aufsperren

Seilbahnsprecher Franz Hörl verteidigt trotzdem, dass die Skigebiete aufgesperrt haben. „Ich bin der Meinung, dass das dringend notwendig war.“ Vor allem in den Tälern seien die letzten Tage aber anspruchsvoll gewesen. Man verzeichnet nur einen kleinen Bruchteil der normalen Besucherzahlen.

In den sozialen Medien gab es unterschiedliche Reaktionen auf die Schließungen. Mancher hatte Verständnis, mancher zeigte sich enttäuscht, und einige Saisonkartenbesitzer dürften auch ziemlich sauer sein. Laut dem Fisser Seilbahnchef Pregenzer sei das bisher kein Thema. „Da, wo es geht, geht es hervorragend“, betont er.


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