Kirgistan wählt nach gewaltsamem Machtwechsel Präsidenten

Gut drei Monate nach den blutigen Protesten in dem zentralasiatischen Hochgebirgsland Kirgistan wird am Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Mehr als 3,5 Millionen Wähler sollen über einen Nachfolger von Sooronbaj Dscheenbekow abstimmen, der nach dem gewaltsamen Machtwechsel in der Ex-Sowjetrepublik an der Grenze zu China zurückgetreten war. Als einer der aussichtsreichsten Kandidaten bei der vorgezogenen Präsidentenwahl gilt der Oppositionelle Sadyr Schaparow.

Schaparow hatte bei den Unruhen vorübergehend die Geschäfte des Staatsoberhaupts und des Regierungschefs übernommen. Auslöser der Massenproteste war die von Fälschungsvorwürfen überschattete Parlamentswahl. Aufgebrachte Demonstranten hatten Regierungsgebäude gestürmt und Oppositionelle aus dem Gefängnis befreit, darunter war auch Schaparow. Wann die annullierte Parlamentswahl nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

17 Kandidaten treten bei der Präsidentenwahl an. Die Wähler stimmen zugleich bei einem Referendum über eine neue Verfassung ab. Sie sieht mehr Befugnisse für den künftigen Präsidenten vor. Das stieß bei Menschenrechtlern auf massive Kritik.


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