Platter: Rom und Berlin sind im Transit gefordert

Statt Interventionen gegen die Tiroler Anti-Transit-Maßnahmen empfiehlt LH Platter Italien und Deutschland, sich an längst getroffene Vereinbarungen zu halten.

© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Dass die italienische Botschaft wegen der Verschärfungen des Lkw-Nachtfahrverbots im heurigen Jahr beim Infrastrukturministerium nachgefragt hat, sorgt in Tirol für Verwunderung. Schließlich ist der Maßnahmenkatalog bzw. Etappenplan seit zwei Jahren bekannt und wurde mit der EU so abgestimmt. „Tirol hat sich Gesprächen nie verweigert. Der Zweck solcher Gespräche kann aber nicht darin bestehen, Tirol zu einer Rücknahme seiner Anti-Transit-Maßnahmen zu bewegen, sondern muss vielmehr die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene und damit eine maßgebliche Reduktion des überbordenden Transitverkehrs zur Folge haben“, betont Landeshauptmann Günther Platter (VP).

Für Tirol sei entscheidend gewesen, dass das, was bei Gesprächen vereinbart werde, auch eingehalten werde, sagt der Landeshauptmann. „Und das war in der Vergangenheit leider weder bei der Vereinbarung zum Bau der Zulaufstrecken, die wir 2009 in Rom getroffen haben, noch 2012 beim Staatsvertrag zwischen Deutschland und Österreich und auch nicht beim 10-Punkte-Plan von 2019 der Fall.“ Die Nachbarn wären gut beraten, endlich zu ihren Zusagen zu stehen und ihre Hausaufgaben zu machen, anstatt nun Druck auszuüben und mit Gegenmaßnahmen zu drohen.

Gerade der Lkw-Verkehr belastet „unser Bundesland“ enorm, betont auch SPÖ-Verkehrssprecher LA Philip Wohlgemuth. Und auch wenn es im Corona-Jahr zu einer leichten Entlastung gekommen sei, müsse man leider davon ausgehen, dass nach der Krise sehr schnell wieder das „alte“ Niveau erreicht werde, „wenn wir nichts dagegen tun“. Die Lösung für dieses Problem sieht Wohlgemuth dabei unter anderem in einer zielgerichteten Förderung für die verladende Wirtschaft zum Aufbau der so genannten Hub-to-Hub-Logistik. „Hub-to-Hub bedeutet, dass die Logistik über zentrale Verladepunkte organisiert wird. Dabei wird der Großteil der Transportstrecke zwischen den Hubs mit dem Zug zurückgelegt. Den Lkw braucht man dann nur noch für die wenigen Kilometer von der Produktionsstätte zur Verladestation und von der Verladestation zum Zielort.“ (pn)


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