Woche der Wahrheit: Wie es mit dem Lockdown weitergeht

Die ÖVP hat bereits am Freitag mit ihren Landesparteien konferiert, ob eine Verlängerung über den 24. Jänner hinaus möglich wäre. Viele Varianten stehen im Raum.

Ab 25. Jänner soll der dritte harte Lockdown eigentlich wieder Geschichte sein. Doch derzeit ist noch vieles unklar.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck, Wien – Am 24. Jänner soll der harte Lockdown endlich enden und Österreich wieder hochgefahre­n werden. Doch seit einigen Tagen wird hinter den Kulissen wieder intensiv darüber diskutiert, ob, wann und wie man die Beschränkungen allenfalls lockern kann. Katharina Reich, Chief Medical Officer im Gesundheitsministerium, hat angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen mitten im dritten Lockdown dessen geplantes Ende im Standard in Zweifel gezogen. Ziel war es ja, die täglichen Ansteckungszahlen unter 1000 zu drücken. Davon ist man zwei Wochen vor Ende des Lockdowns noch entfernt. Am Sonntag wurden 1651 positive Fälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Was Katharina Reich sagt, dürfte nicht nur einen medizinischen Hintergrund haben. Denn die Volkspartei hat am vergangenen Freitag bereits ihre Landesorganisationen in Videokonferenzen zusammengetrommelt. Klubchef August Wöginger konferierte am Nachmittag mit den Funktionären und Abgeordneten. Dabei ging es laut TT-Informationen um die Frage, wie denn eine mögliche Verlängerung des Lockdowns gesehen werde. Offenbar gibt es in der türkis-grünen Bundesregierung schon mögliche Pläne dafür.

Im Raum steht jedenfalls eine weitere Woche bis Anfang Februar, zugleich stehen aber auch verschiedene Lockdown-Varianten bis 13. Februar im Raum. All das würde jedoch den Anstrengungen einer gemeinsamen Vorgangsweise mit der SPÖ für das Zutrittstesten widersprechen. Diese Woche soll es jedenfalls wieder eine Videokonferenz der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten geben.

Von der Wirtschaft kommt jedenfalls ein klares Nein zu einer möglichen Verlängerung über den 24. Jänner hinaus. Dem Handel und körpernahen Dienstleistungen würde langsam, aber sicher finanziell die Luft ausgehen, heißt es. Gastronomie und Hotellerie wollen ebenfalls aufsperren, um zumindest im Februar noch ein wenig Geschäft im Winter zu machen. Aber auch dahinter steht noch ein Fragezeichen. Die Sozialpartner – siehe nebenstehenden Artikel – sehen allerdings in den regelmäßigen Corona-Tests die Möglichkeit, weitere Lockdowns zu verhindern.

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Was schon bei den Schulen angedacht wird, nämlich regionale Lösungen, könnte auch für die Bundesländer gelten. Derzeit bereiten der Regierung besonders die Fallzahlen in Salzburg Kopfzerbrechen. Deshalb werden regionale Lockdowns überlegt. Für die Schulen haben das die Bildungsreferenten aus den Ländern abgelehnt und plädieren für einheitliche Regelungen.

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In dieser Woche dürften letztlich die Weichen gestellt werden. Sowohl was den geplanten Präsenzunterricht in den Schulen ab 18. Jänner betrifft als auch die Frage, wie es nach dem 24. Jänner weitergehen soll. Der Blick nach Deutschland wird ebenfalls immer im Mittelpunkt stehen. Und natürlich die Entwicklung in den Spitälern.

Am Wochenende benötigten 2326 Corona-Erkrankte eine stationäre Behandlung, 369 von ihnen mussten intensivmedizinisch betreut werden. In Tirol gab es in den vergangenen Tagen weniger Ansteckungen, in den Spitälern werden 149 Patienten versorgt, 30 auf den Intensivstationen. Gegenüber November wird doch eine Entspannung verzeichnet.

Donnerstag bzw. Freitag wird die Regierung dann wohl den weiteren Corona-Fahrplan für die nächsten Wochen bekannt geben. (pn)


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