Heimische Wirtschaftslage: Starke Zunahme der Pessimisten

Das Konsumklima ist weiterhin überraschend gut, die Zahl der Konjunktur- Pessimisten ist aber höher als während der Finanzkrise 2008/09.

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Im 4. Quartal 2020 befürchteten 63 Prozent, und damit fast zwei Drittel, eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage.
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Von Alois Vahrner

Innsbruck, Linz – Seit mehr als 28 Jahren erhebt die Linzer Spectra Marktforschung mit dem Wirtschaftsbarometer Daten für das aktuelle Konjunktur- und Konsumklima in Österreich. Mit der neuen Corona-Welle im Herbst und den folgenden Lockdowns hat sich die Stimmung in der Bevölkerung vielfach deutlich abgekühlt, geht aus der Repräsentativumfrage (über 2000 Befragte) für die OÖN, die TT und die anderen Bundesländer-Tageszeitungen hervor.

Im 4. Quartal 2020 befürchteten 63 Prozent, und damit fast zwei Drittel, eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage und nur 8 Prozent glaubten an eine Verbesserung, 24 Prozent glauben an ein Gleichbleiben, 5 Prozent legten sich nicht fest. „Die Zahl der Wirtschaftspessimisten ist zuletzt durch die Decke gegangen, der Wert übersteigt jenen zur Zeit des Ausbruchs der Finanzkrise mit damals 59 Prozent. Die Sorge der Menschen ist groß“, sagt Spectra-Chef Peter Bruckmüller. „Obwohl es eine Impfung gibt, spiegelt sich das noch nicht im Optimismus der Befragten. Wie sich die Stimmung entwickeln wird, hängt stark davon ab, wie der Impfplan sowie die Teststrategie umgesetzt werden. Im Moment ist keine Planbarkeit gegeben:“

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt (hier gab es heuer einen massiven Anstieg von Arbeitslosen- und Kurzarbeits-Zahlen) rechnen 76 Prozent heuer mit steigender und nur 5 Prozent mit sinkender Arbeitslosigkeit.

Die eigene Stimmungslage im Sinne eines Wetterberichts beurteilen 10 Prozent als einen strahlend blauen Himmel, weitere 37 Prozent mit sonnig und 40 Prozent mit leicht bewölkt. Stark bewölkt bzw. regnerisch ist die Stimmung für 13 Prozent und damit überraschend wenige. Den kommenden zwölf Monaten blicken aber nur noch 38 Prozent mit Zuversicht entgegen, während bereits 55 Prozent sorgenvoll ins neue Jahr gegangen sind (der Rest legte sich nicht fest).

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Das Konsumklima sei trotzdem weiterhin gut, so Bruckmüller. 38 Prozent wollen sparsamer mit ihrem Geld umgehen als vorher, 26 Prozent der Befragten wollen sich keinesfalls einschränken, 36 Prozent sagen „teils, teils“. „Das hat sich, abgesehen von einer kleinen Delle während des ersten Lockdowns, auch nicht geändert. Die Leute wären bereit, Geld auszugeben, aber ihnen fehlen die Möglichkeiten. Diese Konsumbereitschaft könnte aber eine Chance sein, wenn sich die Situation dann ändert.“

Nur 5 Prozent der Bevölkerung betonen, sie könnten sich jetzt mehr leisten als vor einem Jahr, während 58 Prozent gleich viel und 33 Prozent weniger Geld zur Verfügung haben. 4 Prozent legten sich nicht fest.


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