Nach Einbruch hofft Tiroler Industrie heuer auf Plus

Die Tiroler Industrie fordert politische Vorkehrungen, um ständige Lockdowns zu verhindern. Tirol sei durch die Corona-Krise besonders hart getroffen worden.

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IV-Chef Christoph Swarovski.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck – Der traditionelle Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung fiel Corona-bedingt aus, stattdessen versandte IV-Präsident Christoph Swarovski diesmal seine Neujahrsbotschaft. Tirol sei durch die Corona-Krise besonders hart getroffen worden. Das regionale BIP brach im Vorjahr auch wegen des hohen Tourismusanteils um 12,5 Prozent ein, österreichweit lag der BIP-Rückgang bei 8,1 Prozent. Die Industrie habe in Tirol laut IV-Berechnung 13 Prozent des Verlustes zu tragen gehabt, österreichweit waren es sogar 26 Prozent. „Tirols große Abhängigkeit vom Tourismus ist nicht unkritisch.“

Swarovski dankt allen Unternehmen und ihren Mitarbeitern für ihr verantwortungsvolles Handeln. „Die meisten Industriebetriebe im Land hätten aber vielfach unter schwierigsten Verhältnissen weitergearbeitet und damit wesentlich dazu beigetragen, dass die Wirtschaft nicht komplett zusammengebrochen ist und die Versorgung mit zum Teil lebensnotwendigen Gütern aufrechterhalten werden konnte.“ Für 2021 erwartet der IV-Präsident ein deutliches Wachstum, so die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden kann. Allerdings bleibe man noch unter dem Vor-Corona-Niveau.

EU, Bund und Länder versuchen laut Swarovski viel, um die Krise zu bewältigen. Ein weiterhin starkes Gesundheitssystem könne aber nur von einer weiterhin starken Wirtschaft finanziert werden. Es brauche nicht nur einen möglichst raschen Weg heraus aus dieser Pandemie, sondern auch eine Antwort der Politik, wie sie künftig mit solchen Herausforderungen umzugehen gedenke. „Ein regelmäßiges Herunterfahren wird unsere Wirtschaft nicht verkraften können“, so Swarovski. Die IV lehnt neue Steuern klar ab.

Dass die EU mitten in der größten Wirtschaftskrise die Klimaziele nochmals dramatisch verschärft habe, könne sich für die Wirtschaft und auch die Klimabilanz als fatal herausstellen, wenn energieintensive Produktionen abwandern. Das Corona-Ursprungsland China sei hingegen einer der wenigen Profiteure der Krise. Umso wichtiger sei es, internationale Fairness herzustellen. (TT)

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