Zwei Prozesse in Tirol: Zündelei in Müllinsel löste beinahe Großbrand aus

14 Müllcontainer waren 2019 in Lienz ausgebrannt. Die unmittelbare Wohnhausnähe hatte die Brandstifter nicht abgehalten.
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Lienz, Telfs – Immer wieder unterliegen Burschen und junge Männer der skurrilen Faszination der Brandstiftung. Am Donnerstag werden dazu am Landesgericht gleich zwei Prozesse abgeführt – für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Ein bis zehn Jahre Haft drohen da zwei jungen Männern (22, 23) aus Osttirol, denen geradezu eine Brandserie im Lienzer Talboden vorgeworfen wird. Besonders die angeklagte Brandlegung an einer Müllinsel in Lienz im Februar 2019 sieht Staatsanwältin Gertraud Pfeifenberger kritisch. Damals waren 14 Müllcontainer vollständig ausgebrannt. Der Brand war neben einem mehrstöckigen Wohnhaus gelegt worden. Laut Anklage war von den Burschen sogar ein außer Kontrolle geratender Großbrand beabsichtigt. Beide hätten demnach eingestanden, dass sie von der „unheilvollen Faszination des Feuers getrieben werden“. Mit Benzin sollen sie zudem Strohballen, Altholz und eine Mauthütte der Gemeinde Tristach angezündet haben.

Um eine gänzlich andere Konstellation handelt es sich bei einer Brandstiftung in Telfs letzten März. Angeklagt ist ein damals 14-Jähriger. Er soll laut Gleichaltrigen mit einem Freund aus Langeweile die Hecke des Telfer Widum-Angers angezündet haben. Die Feuerwehr konnte die angrenzende Kapelle und ein unbewohntes Gebäude nur durch Zufall retten. Dem nun 15-Jährigen drohen bis zu fünf Jahre Haft. (fell)


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