Corona-Cluster als Damoklesschwert über Kitzbühel-Rennen: „Sind nur Passagier“

Nach Bekanntwerden des Corona-Clusters in Jochberg mit Verdacht auf eine britische Virus-Mutation bangt KSC-Präsident Michael Huber um das Hahnenkamm-Programm. Flachau als Slalom-Ersatzort?

Rittern Marco Schwarz und seine Slalom-Kontrahenten tatsächlich in Kitzbühel um die Goldene Gams?
© GEORG HOCHMUTH

Von Max Ischia

Kitzbühel –Michael Huber ist einer, der auf nahezu jede Frage eine Antwort weiß. Zumindest, wenn es um seinen geliebten Skisport geht. Gestern aber, im Laufe eines zermürbenden Nachmittags, war der Präsident des Kitzbüheler Skiclubs (KSC) und OK-Chef der Hahnenkammrennen (HKR) ein wandelndes Fragezeichen. Der Grund hierfür waren die medialen Schlagzeilen über einen Corona-Cluster in Jochberg. Ein Cluster, der (auch Huber) seit einer Woche bekannt war, der aber erst seit gestern mit dem Verdacht auf eine britische Virus-Mutation für Aufregung sorgt. Ein Krisenherd, dessen unmittelbare Auswirkungen vorerst nicht absehbar waren und der wie ein Damoklesschwert über den ehrgeizigen Kitzbühel-Plänen schwebte.

Land beruhigt, ungutes Gefühl bleibt

Auch wenn ein Sprecher des Landes eine Absage des Kitzbüheler Wochenendprogramms mit zwei Slaloms am Samstag und Sonntag ausschloss, blieb bei Huber ein ungutes Gefühl. „Wir haben oft genug bewiesen, dass wir die Organisation, die Abwicklung, die Pistenpräparation, ja manchmal sogar das Wetter im Griff haben, aber dieses Virus haben wir nicht im Griff, da sind wir nur Passagier. Und das ist das, was mir Sorgen bereitet.“

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Erst am Montag hatte Kitzbühel kurzerhand von Wengen zwei Corona-bedingt abgesagte Lauberhorn-Rennen übernommen. Was so viel hieß, dass die Gamsstadt erstmals in der Hahnenkamm-Historie fünf Rennen an zwei Wochenenden austragen würde: zwei Slaloms an diesem Wochenende und zwei Abfahrten (Freitag, Samstag) und einen Super-G (Sonntag) in der kommenden Woche. Ein Fest des Skisports, wie sich alle Seiten einig waren.

Nun aber wackelt das ganze Konstrukt, wenngleich es zumindest in den Abendstunden leichte Entwarnung gab: Alle getesteten HKR-Mitarbeiter waren negativ ....

Zwischenzeitlich hatten sich die Gerüchte verdichtet, dass die beiden Kitzbühel-Torläufe – aus Sicherheitsgründen – nach Flachau verlegt werden könnten. Dort, wo sich gestern die Damen ein Herzschlagfinale lieferten. Eine diesbezügliche Bestätigung seitens des ÖSV blieb aber aus.

Keine Zuschauer bei der Ski-WM erlaubt

Fix ist, dass die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo (8. bis 21. Februar) ohne Zuschauer in Szene gehen. Das verkündete Sportminister Vincenzo Spadafora am Dienstagabend. „Der wissenschaftliche Beirat der Regierung sieht die Beteiligung von Zuschauern als zu riskant an.“


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