Corona-Tests in Jochberg: Wenn ein Ort am selben Strang zieht

Zwei Drittel der Jochberger gingen gestern zum CoV-Test. Von rund 1000 Tests waren vier positiv. Morgen startet das Massenscreening im Bezirk Kitzbühel.

Vor dem Testlokal im Kultursaal hatte sich eine lange Schlange gebildet.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Jochberg – Dass die Jochberger gestern in Scharen zum Testlokal im Kultursaal strömten, zeigt, wie eng der Zusammenhalt in der Gemeinde ist. Nachdem mehrere Verdachtsfälle auf die besonders ansteckende britische Corona-Mutation bekannt wurden, waren die Menschen im Ort aufgerufen, sich auf das Virus untersuchen zu lassen. Zwei Drittel der Bevölkerung kamen dem nach – aus Überzeugung und im Sinne der Gemeinschaft.

„Ich finde diese Testungen wichtig und richtig und ich hoffe, dass das so viele Jochberger wie möglich annehmen“, sagt Alois, der mit seiner Frau Erika zum Test gekommen ist. Auch Maria und Werner sind dem Aufruf gefolgt. „Natürlich ist das irgendwie blöd, aber trotzdem ist es richtig, dass sich alle testen lassen sollen“, sagt Werner. Vorsicht sei derzeit einfach besonders wichtig. „Das hätte auch jemand anderer sein können“, sagt seine Frau Maria zu den kritischen Tönen, dass Personen aus anderen Ländern die Virus-Mutation ins Dorf gebracht haben könnten. Eher stört sie, dass trotz Lockdown so viel los ist.

„Die Straßen sind noch voll, alle unterwegs“, sagt Werner. Er wünscht sich genauere Kontrollen, etwa an der Grenze. „Etwas übertrieben finde ich das Ganze schon“, meint Lisa. Gekommen ist sie trotzdem. „Ich habe Zeit und warum auch nicht?“, sagt sie. „Ich bin sehr froh, dass die Testungen so gut angenommen wurden“, sagt Bürgermeister Günter Resch.

Am Ende des Tages haben sich mehr als 1000 der 1562 Jochberger testen lassen. Von diesen waren vier positiv, wie Donnerstagfrüh mitgeteilt wurde. Mittwochabend war bekanntgegeben worden, dass nach den Tests zwei positive Fälle vorlagen. Mittlerweile kamen zwei weitere positive Ergebnisse hinzu – eines davon betraf eine bereits abgesonderte, enge Kontaktperson aus der Gruppe der Skilehrer-Anwärter, hieß es.

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„Ich bin sehr froh, dass die Testungen so gut angenommen werden,“ sagte Günter Resch.
© Angerer Harald

Mit einem großflächig angelegten Test will das Land Tirol nun erheben, ob sich die britische Coronavirus-Mutation im Bezirk Kitzbühel bereits ausgebreitet hat. Von Freitag, 15. Jänner, bis Montag, 18. Jänner, soll sich die Bevölkerung im Bezirk Kitzbühel kostenlos einem PCR-Test unterziehen.

Die Anmeldung erfolgt über die Online-Plattform des Landes Tirol www.tiroltestet.at und ist ab Donnerstagmittag möglich. Die Testungen werden an den drei großen Test-Standorten St. Johann (Kaisersaal), Kirchberg (Arena 365) und Reith b. K. (Kultursaal) durchgeführt. Eine Anmeldung ist auch über die Gesundheitshotline 1450 möglich.


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