Schwarzach-Kraftwerk in Matrei-Huben darf ausgebaut werden

Für die Erweiterung des Tiwag-Wasserkraftwerks in Osttirol liegen alle Genehmigungen vor. Der Ausbau soll 2022 fertig sein. Der WWF fordert einen Baustopp.

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Das Krafthaus des Schwarzach-Kraftwerks in Matrei-Huben soll einen Zubau erhalten.
© Oblasser

Hopfgarten i. D., Matrei i. O. – Seit Jahren bemüht sich die Tiwag um die Genehmigung für den Ausbau ihres Kleinwasserkraftwerks am Fluss Schwarzach, der durch das Osttiroler Defereggental fließt. Die Wasserfassung befindet sich in Hopfgarten im Defereggen, das Krafthaus in Matrei in Osttirol, dort, wo die Schwarzach in die Isel einmündet. Das Kraftwerk ist seit 2007 in Betrieb.

Im Jahr 2012 hat die Tiwag das Erweiterungsprojekt eingereicht, nun liegen alle Genehmigungen vor, erklärt die Tiwag in einer Aussendung. Investiert werden rund 17 Millionen Euro, kürzlich wurde mit den Vorbereitungen für die Arbeiten begonnen. Die Erweiterung ist nicht mit großem baulichen Aufwand verbunden, teilt die Tiwag mit. „Das Projekt wurde so geplant, dass ohne bauliche Maßnahmen an der Wasserfassung sowie an der Druckrohrleitung ein weiterer Maschinensatz zum Krafthaus dazugebaut werden kann“, sagt Vorstandsdirektor Johann Herdina. Im Lauf des nächsten Jahres soll das Projekt fertiggestellt sein. Die Jahresstromerzeugung erhöht sich dadurch von 61 auf 83 Millionen Kilowattstunden.

Dass die Genehmigungen so viel Zeit in Anspruch genommen haben, liegt am lange fehlenden naturschutzrechtlichen Bescheid. Naturschutzorganisationen hatten gegen den Ausbau Beschwerde eingelegt, der Fall beschäftigte das Landesverwaltungsgericht ebenso wie den Verwaltungsgerichtshof. Nach dem langen Instanzenzug gibt es nun kein Rechtsmittel mehr, die Genehmigung steht.

Der WWF reagiert auf das endgültige Ja zum Projekt mit einem Appell an die Tiroler Landesregierung. Der Kraftwerksbau im gesamten Isel-Einzugsgebiet müsse gestoppt werden. Sprecherin Marianne Götsch: „Das europaweit einzigartige Gletscherfluss-System der Isel wird schrittweise zerstückelt und verbaut. Daher muss das gesamte Fluss-System unter Schutz gestellt werden.“

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Ein anderes Tiwag-Projekt, nämlich das geplante Kraftwerk am Matreier Tauernbach, ist unterdessen noch beim Bundesverwaltungsgericht in Wien anhängig. „Hier ist frühestens mit einem Baustart 2023 zu rechnen“, so Herdina. Die Tiwag will dafür 90 Millionen Euro investieren. (TT, co)


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