Nach Absagen am laufenden Band: Ringer starten neuen Anlauf

Bei ihrem Grand-Prix-Sieg in Nizza holte sich Martina Kuenz nach einem Jahr Pause Selbstvertrauen für die Olympia-Qualifikation.

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Martina Kuenz (RSC Inzing/r.) setzte sich gegen die WM-Dritte Epp Mae (EST) durch.
© United world wrestling

Von Benjamin Kiechl

Nizza – „Ich wollte den Sieg unbedingt, ich war richtig heiß aufs Kämpfen“, sagte Martina Kuenz und freute sich, nach knapp einjähriger Wettkampfpause endlich wieder auf der Matte zu stehen. Nicht eine Verletzung zwang die 26-jährige Polizeisportlerin vom RSC Inzing zum „Nichtstun“, sondern Absagen am laufenden Band durch die Corona-Pandemie.

Beim Grand Prix von Frankreich in Nizza (FRA) ließ die Vize-Europameisterin 2019 und WM-Bronzegewinnerin 2018 am Freitag nichts anbrennen und holte die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 76 kg.

Auf dem Weg ins Finale besiegte die Zirlerin die WM-Fünfte Victoria Francis (USA) ebenso wie die WM-Dritte Epp Mae aus Estland nach hartem Kampf mit 4:3. Nach dem Halbfinalesieg gegen Enrica Rinaldi (ITA) setzte sie sich im Finale gegen Lokalmatadorin Pauline Lecarpentier mit 7:2 durch.

Es ist fast ein Jahr her, als die Ringer-Welt für Martina Kuenz und Co. aus den Angeln gehoben wurde. Im März 2020 wollte sich die stärkste Ringerin des Landes beim Europa-Qualifikationsturnier in Budapest (HUN) ein Ticket für die Sommerspiele in Tokio sichern. Teilweise waren die Athleten bereits angereist, ehe das Turnier aufgrund der Corona-Krise kurzfristig abgesagt wurde.

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Nun gibt es einen neuen Anlauf unter ähnlich schwierigen Vorzeichen. Nur ein Finaleinzug in Budapest oder beim zweiten Qualifikationsturnier im Frühling in Sofia (BUL) öffnet die Tür zu den Spielen – die aufgrund der weltweiten Infektionszahlen derzeit einmal mehr wackeln.

Ungeachtet dessen wollen sich neben Kuenz weitere Athleten des RSC Inzing ihren Olympia-Traum erfüllen. Daniel Gastl, Michael Wagner und Aker Al-Obaidi greifen heute in Nizza in der Klasse griechisch-römisch ins Geschehen ein. Für Benjamin Greil (Freistil) war gestern nach zwei Niederlagen in der Vorrunde Endstation.

Die Kampfsportarten sind vom Lockdown besonders betroffen. „Joggen gehen und Langlaufen in Seefeld sind super Grundlagen, ersetzt aber kein Mattentraining“, erklärte Tirols Ringsportpräsident Franz Pitschmann die Problematik. Aus dem Konzept bringen lassen sich Kuenz und Co. jedoch nicht, wie sie beim Turnier in Frankreich eindrucksvoll gezeigt haben.


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