23 Millionen für Hotel Europa, Inventar wird versteigert

Vertrag legt Kaufsumme für Hotel Europa und unterschiedliche Angaben zur Übergabe offen. 3500 Gegenstände des Hotels unterm Hammer.

Vom Kaiser-Franz-Josef-Gemälde bis zur Schiebetür mit dem Tiroler Adler reichen die Auktionsgegenstände.
© Aurena

Von Max Strozzi

Innsbruck – Nach der Insolvenz und dem Verkauf des geschichtsträchtigen Hotels Europa in Innsbruck lässt der niederösterreichische Insolvenzverwalter das Hotelinventar versteigern, wie die Auktionsplattform Aurena bekannt gab. Mehr als 1500 Positionen kommen am 9. Februar online auf der Auktionsplattform unter den Hammer – vom Gepäcktransportwagen bis zu Ölgemälden, von der Küchenausstattung über Jagdtrophäen, Holzstatuen, Luster bis hin zur zweiflügeligen Schiebetür mit Tiroler Adler oder der Glockenspeise, die an die Olympischen Winterspiele 1976 erinnert. In weiterer Folge werde auch das Inventar der über 100 Zimmer versteigert. Insgesamt dürfte das Auktionsprojekt damit rund 3500 Positionen umfassen.

Wie viel die Auktion einbringen wird, sei nicht abzuschätzen, erklärt Jürgen Blematl von Aurena: „Es sind sehr spezielle Objekte, darunter sehr viele Kunstobjekte, die auch bedeutende Erlöse erzielen werden.“ Interessierte können demnach die Objekte online ersteigern und dann vor Ort im Hotel abholen. Insgesamt werde es zwei, vielleicht auch drei Auktionen geben.

© Aurona

Wie berichtet, hatte das Hotel vergangenen September Insolvenz angemeldet. Kurz davor wurde die Betreibergesellschaft umbenannt und der Sitz von Innsbruck nach St. Georgen am Ybbsfelde (NÖ) verlegt – was der Gläubigerschutzverband KSV als seltsam empfand. Laut Verkäufer-Anwalt Dietmar Czernich erfolgte dies, um die Reputation des Hotels nicht zu beschädigen.

Erworben hat das Hotel vergangenen November schließlich die Carl Ludwig Immobilien GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Innsbrucker Immobiliengruppe Moser und der Innsbrucker Bauwerk Immobilien GmbH. Bekannt ist nun die Kaufsumme: Laut Kaufvertrag flossen 23,15 Mio. Euro (plus 1 Mio. Euro Nebenkosten).

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Unlängst sorgten aktuelle Bilder des zerstörten Barocksaals im Hotel für Empörung. Verantwortlich dafür wollen weder Verkäufer noch Käufer sein, die TT berichtete. Laut Verkäuferanwalt Czernich wurde das Gebäude Ende November übergeben. Laut dem Käufer dagegen sei die Übergabe erst für Februar avisiert.

Dazu gibt es auch im Kaufvertrag unterschiedliche Angaben. So heißt es etwa an einer Stelle, der Kauf der Immobilie erfolge in dem Zustand zum Zeitpunkt des Kaufvertrags (17. November 2020). An anderer Stelle heißt es, die Übergabe erfolge spätestens drei Tage, nachdem der Käufer ins Grundbuch eingetragen wurde. Gleichzeitig wurde aber auch fixiert, dass Verkäufer bzw. Insolvenzverwalter das Hotel bis 15. Jänner von Möbeln und Einrichtungsgegenständen räumen darf und die Übergabe in dem Zustand erfolgt, in dem sich das Haus an diesem Tag befindet. Dieser Stichtag soll später bis Februar verlängert worden sein.


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