Unis erwarten Hybridbetrieb bis Sommer, Wunsch nach Vorreihung bei Impfung

Die Universitätenkonferenz rechnet bis zum Sommer mit keinem Normalbetrieb mehr an den Hochschulen. Derzeit finden Lehrveranstaltungen und Prüfungen an den Unis in einer Art Hybridbetrieb statt.

Die Präsidentin der uniko, Sabine Seidler, geht von „Hybrid-Betrieb“ bis zum Sommer an den hiesigen Universitäten aus.
© APA

Von Karin Leitner

Wien – Am 16. März 2020 war an den hiesigen Universitäten Schluss mit Lehre und Forschung in obligater Form – Coronavirus-bedingt. Auf Fernlehre war umzusteigen.

Die gibt es nach wie vor; es wird sie weiterhin geben. uniko-Präsidentin Sabine Seidler sagte am 20. Juni des Vorjahres im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung: „Eine Uni kann nicht auf Dauer eine Fernuni sein.“

Ob der Infiziertenzahl ist Normalbetrieb aber auch jetzt nicht möglich. Seidler glaubt ebenfalls, dass das vorerst so bleibt: „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Ende des Sommersemesters unter erschwerten Bedingungen den Lehr- und Forschungsbetrieb fortsetzen müssen.“

Derzeit gibt es Lehrveranstaltungen und Prüfungen in einer Art Hybridbetrieb. Das meiste läuft digital, einzelne Prüfungen, Labor- und andere praktische Übungen sind vor Ort möglich. Technisch gehe das „Distance Learning“ mittlerweile gut vonstatten, sagt Seidler. Lehrende und Studierende seien aber müde: „Eine Universität ist ja nicht nur eine Schule für junge Erwachsene.“ Sie sei auch eine Stätte des Diskurses, des gesellschaftlichen Austauschs.

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📽️ Video | Unis rechnen bis Sommer nicht mit Normalbetrieb:

Seidler befürchtet mehr Abbrecher, „Reintesten“ nicht machbar

Studenten beanspruchten stetig mehr Beratungsangebote, tut Seidler kund: „Es suchen jetzt auch Studierende Unterstützung, die vor Corona nicht auf die Idee gekommen wären, das zu tun.“ Die uniko-Vorsitzende befürchtet, dass mehr Menschen das Studium abbrechen als vor der Pandemie: „Ich habe keine Evidenz dafür, das ist ein Bauchgefühl.“ Die Ratio sagt ihr: „Wir müssen schrittweise Präsenz wiederherstellen.“ Zu diesem Behufe seien Corona-Tests und Impfungen vonnöten, der Unterstützung des Bildungsministeriums bedürfe es. „Reintesten“ in Lehrveranstaltungen ist für Seidler nicht machbar. „Testen ist nur sinnvoll, wenn man das immer dann macht, wenn man aufeinandertrifft. Das heißt: jeden Tag.“ An einer Uni mit Zehntausenden Studierenden sei das nicht praktikabel. „Wir arbeiten daher an Strategien, die in bestimmten Situationen Präsenz erlauben.“ Bei Prüfungen, in Labors. Zusätzlicher Schutz sei dahingehend geboten. Nicht bei allen Tests sind aus Seidlers Sicht alle Virus-Mutationen erkennbar.

Was die Corona-Impfung anlangt, wünscht Seidler, dass die Hochschulen vorgereiht werden. Derzeit seien diese an der sechsten Stelle von sieben Prioritätsstufen. Natürlich müssten vorerst alle „vulnerablen Gruppen“ immunisiert werden: „Wir gehen aber davon aus, dass die Impfbereitschaft von Studierenden und Mitarbeitern hoch ist. Und die Universitäten als Vorbild dienen könnten. Deshalb sollte man darüber nachdenken, früher als vorgesehen zu impfen.“


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