Corona brockte Innsbrucker Flughafen 3 Millionen Euro Minus ein

Pistensanierung nun über Kredite statt aus Reserven. Sommer-Charterplan derzeit wie vor Corona, Rückkehr zu alten Passagierzahlen spätestens 2025.

Die Corona-Einschränkungen knabberten auch an den Reserven, für den Sommerflugplan zeigt sich der Flughafen Innsbruck zuversichtlich.
© Thomas Boehm / TT

Innsbruck –Dass die weltweiten Corona-Maßnahmen auch den Flughafen Innsbruck schwer gebeutelt haben, ist bekannt. Nun steht das Ausmaß fest. Demnach brachen 2020 die Passagierzahlen im Vergleich zum Jahr davor um 57 % ein. So wurden am Flughafen im Vorjahr 487.500 Passagiere gezählt, wie der Flughafen mitteilte – 2019 waren es mehr als 1,14 Mio. Angesichts des Passagiereinbruchs geht der Flughafen für das Jahr 2020 von einem Verlust von 3 Mio. Euro aus.

Im Vergleich zu anderen Regionalflughäfen sei der Passagierrückgang noch moderat ausgefallen. Denn das erste Jahres-Quartal (Jänner bis März) ist mit rund 40 % des gesamten Jahresaufkommens das traditionell stärkste Quartal und lief im Vorjahr noch praktisch frei von Einschränkungen.

„Wir gehen davon aus, dass man im Sommer mit Impfung oder negativem Test ab Innsbruck in den Urlaub fliegen kann.“ – Marco Pernetta (Flughafen)
© TT/Thomas Böhm

Bis auf die Kurzarbeit bekomme der Flughafen keine Corona-Bundeshilfen wie etwa Umsatzersatz oder Fixkostenzuschuss, wie Flughafenchef Marco Pernetta auf TT-Nachfrage betont. „Darüber sind wir auch etwas verärgert“, so Pernetta. „Wir nehmen nur die Kurzarbeit in Anspruch, ansonsten bekommen wir keinen Cent.“ Grund sei, dass der Flughafen aufgrund der Beteiligung der öffentlichen Hand (Land Tirol, Stadt Innsbruck) als öffentliches Unternehmen gilt (wie die Flughäfen Salzburg und Graz) und daher keine Hilfen erhalte. Am Flughafen Wien dagegen ist die öffentliche Hand (Stadt Wien, Land NÖ) mit weniger als 50 % beteiligt und dieser erhalte daher den Fixkostenzusschuss.

„Wir haben aber noch ausreichend Liquidität und leben von den Rücklagen“, sagt Pernetta. Wie lange die Reserven reichen? „Würde theoretisch das ganze 2021 ausfallen, wären wir an Ende bei null.“

Sanierung über Kredite

Auswirkungen hat die Situation aber etwa auf die Finanzierung der Pistensanierung von 16,8 Mio. Euro, die großteils im Herbst ansteht. Statt wie geplant aus den eigenen Reserven werde die Sanierung über Kredite finanziert. Der Umbau des Terminals wiederum sei auf Eis gelegt. „Es ist offen, wie man mit dem Thema umgehen wird. Man wird sehen müssen, wie sich der Flugverkehr entwickelt“, so Pernetta. Wann die alten Passagierzahlen wieder erreicht werden? „Wir rechnen spätestens 2025 wieder mit einem Passagiervolumen wie vor Corona.“

Für den kommenden Sommer zeigt sich der Flughafen zuversichtlich. Man gehe davon aus, dass man im Sommer mit Impfung oder negativem Corona-Test wieder ab Innsbruck bequem in den Urlaub fliegen könne. Italien, Kroatien, Griechenland und Spanien würden im Sommer direkt ab Innsbruck angeflogen und seien in den Reisebüros buchbar. Im Charterbereich sei der Sommerflugplan damit ähnlich umfangreich wie 2019. Bei Linienflügen sei die Lage anders. „Hier wird es wohl noch einen reduzierten Flugplan geben“, sagt Pernetta. Von bzw. nach Frankfurt, Wien und Richtung England werde vorerst wohl nicht mehr so oft Linie geflogen werden wie vor Corona. (mas)


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