Silz will Abwärme der Eiskühlanlage nutzen

Die Silzer Eisarena erhält ihr Kunsteis durch ein Kühlaggregat, dessen Abwärm­e künftig energetisch genutzt werden soll.
© Parth

Silz – Die Gemeinde Silz mit der Eishockey-Mannschaft, den Silz-Bulls, ist zudem bekannt für ihre Eisarena. Besonders beliebt bei Familie­n, unter Einhaltung diverser Covid-Maßnahmen, können große und kleine Eisläufer ihre Kreise ziehen. Die Eismeister und ein stattliches 150-Kilo­watt-Aggregat sorgen für das perfekte Kunsteis. „Seit Längerem macht man sich Gedanken, wie denn die Abwärme dieser Maschine am besten zu nutzen sei“, bestätigt BM Helmut Dablander: „Heuer wollen wir Nägel mit Köpfen machen.“

So diskutierte der Gemeinderat, wie die Kühlung sinnvoll zu nutzen sei. Aktuell wird die Anlage über das Trinkwassernetz der Gemeinde gekühlt. „Es braucht zur Kühlung sehr sauberes Wasser, weil sonst rasch die Filter verstopfen“, informiert das Gemeindeoberhaupt. Zwar werde das Eisaggregat dieselfrei mit Strom betrieben, doch könnte eine technische Abkühlung über einen Wärme­tauscher erfolgen. „Mit der Maschinenwärme ließe sich beispielsweise das Schulgebäude nebenan zumindest teilweise beheizen“, hofft BM Dablander. Die Errichtung eines Grundwasserbrunnens könnte ebenso das nötige Kühlwasser liefern, auch ein­e Luftkühlung wäre eine Lösung. „Man kann sich einen – sehr großen – Kühlschrank vorstellen, der innen kalt ist und an dem sich außen ein heißer Kompressor befindet“, verdeutlicht Dablander.

Während Bauamtsleiter Martin Dablander als ersten Schritt den technischen Zustand der bestehenden Kältemaschinen überprüft haben möchte, kann sich Ersatzgemeinderat Florian Grameiser eine Kombination mit einer Wärmepumpe vorstellen. GV Bernhard Föger würde sich alle technisch möglichen Varianten anbieten lassen. „Auf mehreren öffentlichen Gebäuden der Gemeinde Silz sind Photovoltaikanlagen montiert. Damit wird z. B. auch die Luftwärme­pumpe im neuen Kindergarten betrieben“, informiert BM Dablander und zeigt sich stolz: „Hier fahren wir eine grüne Linie, die wir gerne fortsetzen, sofern dies finanziell rentabel ist.“ Auch wurde bereits beim Land Tirol um eine Luftgüte-Messstelle angefragt, zumal Silz speziell bei winterlicher Inversionswetterlage unter schlechter Luft leidet, wie GV Willi Mareiler aufzeigt. „Zuletzt wurden in sieben von acht privaten Neubauten Wärmepumpen eingebaut“, hebt BM Dablander die fortschreitende Ökologisierung, auch bei Silzer Häuslbauern, hervor. Budgetiert hat die Gemeinde jedenfalls 10.000 Eur­o für die Planungen, um die Abwärme der Kühlanlage zu nutzen. Es wurden mehrere Firmen eingeladen, Vorschläg­e zu unterbreiten. (top)

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